Das digitale Mobiltitätsunternehmen von Volkswagen übernimmt das erste Start-up. Fündig geworden ist die Konzerntochter in Skandinavien.

Das finnische Software-Start-up Split Finland Oy gehört ab sofort vollständig zu Moia. Das 2011 gegründete Unternehmen hatte in seinem Heimatland die Software für ein Ride-Pooling-Konzept erstellt, das in der finnischen Hauptstadt Helsinki bereits getestet wurde. Das Start-up wurde 2015 von einem amerikanischen Unternehmen übernommen, das in Washington D.C. an einem ähnlichen Konzept bastelte.

Jetzt will der Volkswagen-Konzern von den Fähigkeiten der Finnen profitieren: „Wir erhalten mit der Akquisition eine bereits anwendbare Plattform, was die Entwicklunszeit unserer Software spürbar verkürzt“, sagt Robert Henrich, COO von Moia. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Suche nach neuen Geschäftsmodellen

Moia selbst ist im Januar 2017 als Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns gestartet und arbeitet aktuell mit 50 Mitarbeitern in Berlin und Hamburg an einer Lösung, die es ermöglicht, aus verschiedenen Routenanfragen von Nutzern die bestmögliche Strecke für ein Shuttle zu berechnen. Mit der Übernahme soll Finnland als zentraler Software-Entwicklungsstandort etabliert werden. Bereits vor der Gründung von Moia hatte sich Volkswagen an dem israelischen Fahrtenvermittler Gett beteiligt.

Die Autokonzerne haben in den vergangenen Monaten ihre Tätigkeiten im digitalen Sektor noch einmal deutlich verstärkt. PSA, der Konzern hinter den Automarken Peugeot und Citroen, hatte rund um den Jahreswechsel das Steuer beim Berliner Start-up Carjump übernommen, das verschiedene Carsharing-Angebote bündelt. Daimler expandiert mit MyTaxi international, zuletzt wurde zudem über eine mögliche Fusion des Carsharing-Dienstes Car2Go mit Drive Now, dem vergleichbaren Angebot von BMW und Sixt spekuliert. Daneben basteln Start-ups an ähnlichen Produkten und Dienstleistungen – zuletzt hatte Door2Door ein Ride-Pooling-Projekt in Bayern angekündigt.