In der Zusammenarbeit zwischen Konzernen und Start-ups ist für die jungen Partner dabei vor allem die Rolle des Innovators vorgesehen. Bei den traditionellen Unternehmen dominiert die Arbeit in mehrjährigen Modellzyklen – bei vielen Start-ups wird in Verbesserung im Wochen- oder Monatsrhythmus gedacht. „Junge Technologieunternehmen können experimenteller und risikoreicher arbeiten und sind eine ideale Ergänzung zu interner Forschung und Entwicklung“, sagt VDA-Präsident Matthias Wissmann.

Dafür greifen die Hersteller immer wieder gerne tief in die Kasse. Seit dem Jahr 2011 sicherten sich 127 deutsche Start-ups Investitionen in Höhe von 316 Millionen US-Dollar, zeigt zeigt eine Erhebung der Unternehmensberatung Oliver Wyman, die vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde. Zahlenmäßig überwiegen dabei die Investitionen in digitale Dienstleistungen rund um das Fahren oder Teilen von Fahrzeugen. Zuletzt verkündeten da etwa Daimler und der Bald-Opel-Besitzer PSA Neuigkeiten.

Zögerlicher investiert wird dagegen in Start-ups, die sich mit neuen Technologien wie dem Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb beschäftigen. „Bei Green-Vehicle-Technologien setzen deutsche Hersteller bislang vor allem auf ihre eigene Kompetenz bei Forschung und Entwicklung“, bilanzieren die Berater. Wenn die Konzerne hier zuschlagen, wird direkt deutlich mehr Kapital fällig: Nach der Erhebung von Oliver Wyman erhielten die Gründer im Schnitt viermal so viel Geld wie digitale Mobilitätsdienstleister.

Über Beteiligungen sichern sich die Autohersteller aber nicht nur Zugang zu den technischen Innovationen – es geht bei integrierten Diensten um weit mehr. Das geht aus der Oliver-Wyman-Erhebung hervor. „Über ihre Apps schaffen die Start-ups auch neue Schnittstellen zum Kunden, auf die die Hersteller zugreifen wollen“, erklärt Matthias Bentenrieder, Partner bei Oliver Wyman.