Immer wieder loben Unternehmen die hohe Innovationsgeschwindigkeit von Start-ups. Doch wenn es um Kooperationen geht, dominiert noch die Vorsicht.

Heute eine Idee, morgen am Markt: Das Innovationstempo in Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht – und insbesondere etablierte Unternehmen unter Druck gesetzt. Wo traditionell mehrere Hierarchiestufen informiert werden müssen, können neue Produkt- oder Geschäftsideen ausgebremst werden. Start-ups mit einem klaren Fokus auf kurze Wege und digitale Werkzeuge können dort agiler agieren.

Dennoch sind viele Firmen noch zurückhaltend, was die Innovationsforschung mit Start-ups angeht. Das zeigt eine heute veröffentlichte Trendstudie des Marktforschungsinstiuts Lünendonk. Nur von einem Viertel der dort befragten 120 Unternehmen werden Start-ups in organisierter Form als externe Innovationspartner genutzt. „Die Resultate zeigen, dass die befragten Unternehmen eher auf Nummer Sicher gehen, als neue, vielleicht auch unsichere Wege zu beschreiten“, sagt Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Darmstadt. Durch die Digitalisierung werde in erster Linie noch die Kooperation mit Kunden, Zulieferern und Forschungseinrichtungen intensiver, zeigt die Studie.

Nach Erkenntnis der Studienautoren sind es dabei vor allem die großen Konzerne, die sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Marktteilnehmern einlassen. Sie verfügen über ausreichend finanzielle Mittel, um Innovationszentren oder Inkubatoren aufzubauen und ohne großen wirtschaftlichen Druck zu betreiben. Auch eine klar formulierte Strategie, die auf die Beteiligung oder die Übernahme von Start-ups abzielt, ist häufiger in Konzernstrukturen zu finden. „Alle Unternehmen sollten sich Start-ups und branchenfremden Unternehmen öffnen, denn nur dadurch kann das Potenzial an Kreativität und frischen Ideen für Veränderungen, Anpassung und Wachstum genutzt werden“, sagt Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk.