Das Start-up Mimycri stellt Taschen und Rucksäcke aus Schlauchbooten von Flüchtlingen her. Mit der Idee wollen die Gründerinnen bewusst irritieren. 

Auf die Idee zu Mimycri kam die Berlinerin Nora Azzaoui bei ihrem Einsatz als freiwillige Helferin auf der griechischen Insel Chios. Als sie dort zusammen mit anderen Ehrenamtlichen kaputte Boote und Rettungswesten am Strand entdeckte, beschloss sie diese weiterzuverwenden und aus ihnen Taschen und Rucksäcke zu machen.

Gemeinsam mit Geflüchteten werden diese nun in Berlin produziert; vor allem Menschen, die in ihren Heimatländern bereits Erfahrungen in der Textilindustrie gesammelt haben, arbeiten im Start-up mit.

Zwischen 20 und 160 Euro kosten die handgefertigten Portemonnaies, Rucksäcke und Taschen. Geld verdienen Azzaoui und die anderen Gründerinnen nicht, denn Mimycry ist ein Non-Profit-Projekt.

Kreative Möglichkeit, um sich mit dem Thema Flucht auseinanderzusetzen

Mit Mimycri wollen die Gründerinnen die Erinnerung daran aufrechterhalten, was an den Küsten Griechenlands und anderen Orten passiert ist – und immer noch passiert. Sie wollen mit ihren Produkten und deren Entstehungsgeschichte bewusst irritieren und dafür sorgen, dass die Menschen darüber sprechen: „Wir sehen mimycri als kreative Möglichkeit, um sich mit Flucht und dem Thema Neuanfang auseinanderzusetzen“, so Co-Gründerin Nora Azzaoui im Interview mit dem Dom-Radio.

Für ihre Idee sammelten die Gründerinnen nicht nur erfolgreich Geld auf der Crowdfunding-Plattform Startnext ein, sie wurden auch mit dem Deutschen Integrationspreis der gemeinnützigen Hertie-Stiftung ausgezeichnet, der Projekte belohnt, die den Austausch zwischen Deutschen und Geflüchteten fördern, Geflüchtete aktiv einbinden und damit Integration ermöglichen.