Mit Künstlicher Intelligenz will das Berliner Start-up kollaborativen Robotern den Weg ebnen. Der Marktstart ist für das kommende Jahr geplant.  

In Industriebetrieben übernehmen Roboter immer mehr Aufgaben, doch der Zusammenarbeit mit Menschen sind noch enge Grenzen gesetzt: Aus Sicherheitsgründen arbeiten die Maschinen in der Regel in menschenleeren Käfigen. Ändern sollen das sogenannte Cobots – kollaborative Roboter. Sie stellen sich auf den Menschen ein, vermeiden Zusammenstöße und können sich freier bewegen. Einen Beitrag dazu leisten will micropsi industries: Das Berliner Start-up will den Maschinen größere Intelligenz einhauchen. 2014 gegründet, hat das Unternehmen nun eine Seed-Finanzierungsrunde mit einem Volumen von knapp drei Millionen Euro abgeschlossen.

Angeführt wird die jüngste Finanzierungsrunde von Vito Ventures aus München. Der Frühphaseninvestor ist auf die Bereiche Internet of Things, Industry SaaS, B2B-Marktplätze und Energy Tech spezialisiert. Zu den Gelbgebern gehören außerdem der Venture Capital-Fonds coparion und bestehende Investoren. Mit dem frischen Kapital will das Softwareunternehmen das Team ausbauen und die Produktentwicklung vorantreiben.

Das Ziel ist eine Robotiklösung für Montageaufgaben, die voll auf Künstliche Intelligenz (KI) setzt. Ihre Aufgaben lernen sollen die Maschinen, indem Menschen sie zur Programmierung durch den Bewegungsablauf führen. Der Marktstart ist für 2018 geplant. „Wir wenden Machine Learning in der Robotik und Fertigungsautomatisierung an, weil wir überzeugt sind, dass hier die nächste Phase der Industrialisierung bevorsteht“, sagt Ronnie Vuine, Gründer und Geschäftsführer von micropsi industries.

Starkes Wachstum vorhergesagt

Während Roboter schon jetzt mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet sind, hakt es nach Einschätzung des Start-ups noch an der Software. Diese müsse den Input in Echtzeit verarbeiten und komplexe Bewegungen berechnen. Experten schätzen, dass derzeit erst etwa zehn Prozent der in der Industrie eingesetzten Roboter kollaborativ sind. Marktforscher sagen ein rasantes Wachstum voraus.

Eine ähnliche Lösung, wie sie micropsi industries plant, bietet bereits ein Karlsruher Start-up an: ArtiMinds Robotics hat eine Software entwickelt, mit der sich Roboterarme intuitiv programmieren lassen. Das Unternehmen setzt dabei ebenfalls stark auf Künstliche Intelligenz. Laut CEO Sven Schmidt-Rohr nutzt eine große Zahl der Kunden die Software im Rahmen kollaborativer Roboteranwendungen. Zu den Kunden zählten neben anderen bereits sieben der zehn wichtigsten deutschen Industriekonzernen. Die ArtiMinds-Software arbeitet etwa mit Geräten von Universal Robots ­­– nach eigenen Angaben Marktführer der kollaborativen Robotik – zusammen.