Um die getroffenen Hypothesen im Feld zu überprüfen, machten sich die drei auf zum nächsten Media Markt, der praktischerweise nur wenige Meter entfernt war. Bei einem Gespräch mit dem Verkaufsleiter stellte sich heraus, dass es für Verkäufer der schlimmste Fall ist, wenn introvertierte Menschen sich im Verkaufsgespräch nicht trauen über den Preis zu sprechen und ohne etwas zu sagen nach Hause gehen, um dort online bestellen, obwohl man ihnen vielleicht noch etwas entgegenkommen wäre – ein aufschlussreiches Gespräch.

Zurück im Ideenbüro wurde das Team mit weiteren Fragen konfrontiert. Wie kommen sie an die sensiblen Daten der Händler? Die Mentoren zweifelten, dass ein großer Handelskonzern Informationen an ein externes Start-up weitergibt. Um das Thema zu lösen, ist Myprice offen, ihre Idee auch als internes Projekt im Metrokonzern zu bearbeiten, sodass das Handelsunternehmen weiter die Datenhoheit behält.

Die Lage zwei Stunden vor der finalen Präsentation: „Schlecht, aber nicht hoffnungslos“, antwortet Derler trocken. Der Zeitdruck sitzt dem Team im Nacken, sie kommen mit den Präsentationsunterlagen nicht voran. Wie jede Gruppe haben sie beim Pitch nur fünf Minuten Zeit, aber ihre Idee ist nicht so leicht zu erklären. Deshalb gilt es sich zu fokussieren.

Vor allem an Schlaf fehlt es

Endlich auf der Bühne angelangt, sind sie stolz, immerhin haben sie ihre Idee bis zum Ende durchgezogen. „Wir holen die Kunden zurück aus dem Netz“, wirbt Derler plakativ. Und das überzeugt – die Jury zeigt in der Q&A-Phase Interesse.

Nicht weniger interessant waren die Ideen der anderen Teams, wie vertikaler Pflanzenanbau für Gastronomen, nützliche Lieferfunktionen für Zutaten oder automatisch generierte Einkaufsrouten, die den Einkauf erleichtern sollen, wenn man in mehr als einem Supermarkt einkaufen möchte.

Drei der zehn Start-ups durften sich besonders freuen: „Vertify“, „Fusion retail“ und ja, auch „Myprice“ ist unter den Gewinnern. Als Hauptgewinner des „best overall“ Preises erwartet sie ein Marketing-Coaching in Berlin und die Teilnahme am Startup Europe Summit. Ein erfolgreiches Wochenende für die drei, doch auch bei ihnen lautet das abschließende Fazit: „Mir fehlt richtig viel Schlaf.“

Einige Teilnehmer sind inzwischen süchtig nach Formaten wie dem Start-up Weekend. Ein Beispiel, dass Gründer hier nicht nur Preise, Umsetzungs- und Methodenkompetenz mitnehmen ist Lee Greene. Sie hat im Rahmen der Start-up Woche Düsseldorf im April diesen Jahres teilgenommen. Inzwischen ist aus der damaligen Idee – Ernährungsberatung über den Facebook Messenger – Realität geworden. So hat sie im Anschluss von dem Coworking-Space Startplatz ein Stipendium erhalten und tüftelt inzwischen im Düsseldorfer Medienhafen an ihrem Start-up Foodbuddy.