Das Mainzer Medien-Start-up erhält 1,5 Millionen Euro von den bestehenden Gesellschaftern – und bietet seine Technologie nun auch anderen Verlagen an.

Das Mainzer Journalismus-Start-up Merkurist bekommt neues Kapital: 1,5 Millionen Euro fließen in das Team rund um die Gründer Manuel Conrad und Meik Schwind. Finanziert wird die Runde durch die bestehenden Gesellschafter.

Mit dem frischen Geld will Merkurist den deutschlandweiten Rollout seiner Technologie-Lösung in Deutschland vorantreiben. „Wir haben mit unserer ersten Merkurist Stadt Mainz sehr viele Erfahrungen gesammelt und hier den Break Even früher erreicht als erhofft“, sagt Manuel Conrad, Geschäftsführer und Gründer von Merkurist. „Diesen Proof of Concept wollen wir jetzt für unser großflächiges Wachstum nutzen.“

Der Leser bestimmt die Inhalte

Das im Juni2015 in Mainz an den Start gegangene Webportal, das mittlerweile auch Redaktionen in Wiesbaden und Frankfurt unterhält, will dem Lokaljournalismus neuen Auftrieb geben, indem es die Leser die Inhalte mitbestimmen lässt. Das Start-up arbeitet hierzu mit einem interaktivem journalistischen Konzept, das die Leser aktiv in den Mittelpunkt des Online-Angebot stellt. So können sich diese mit Themen, die sie interessant und berichtenswert finden an die Macher von Merkurist wenden und auch selbst multimediales Material wie Bilder und Videos zuzuliefern.

Finden diese Vorschläge – Snips genannt – ausreichend Anklang bei den andern Nutzern, werden diese durch einen professionellen Journalisten in einem längeren Artikel ausgearbeitet.

Skalierung durch Partnermodell

Um weiter zu wachsen, bietet Merkurist seine Plattform und seine Technologie nun auch anderen Verlagen an. Diese können dann die selbst-entwickelte Newsroom-Technologie lizenzieren und als digitale All-in-One-Lösung für ihren individuellen journalistischen Prozess einsetzen. In einem zweiten Schritt sollen die Redaktionen unterschiedlicher Verlage in Netzwerken zusammengeschlossen werden. Deren Mitarbeiter füllen ihre Merkurist-Seiten mit Inhalten aus der Region, die dann deutschlandweit von Lesern genutzt werden können. So will Merkurist die Kosten in den Bereichen Vertrieb, Vermarktung und Technik für alle Beteiligten reduzieren.