Der Kölner Neuwagenvermittler hat sich innerhalb von zehn Jahren vom aufstreben Start-up zum Branchenriesen entwickelt. Einer der Gründer bleibt an Bord.

In typischen Start-up-Dimensionen denkt Mein Auto schon länger nicht mehr: Seit der Gründung 2007 hat sich das Kölner Unternehmen zu einem führenden Internet-Neuwagenvermittler in Deutschland aufgeschwungen. Eigenen Angaben zufolge verzeichnet das Portal über 16 Millionen Besucher pro Jahr und generierte 2017 über 400.000 Kaufanfragen.

Nun verschwinden auch in der Gesellschafterliste Start-up-Merkmale. Wie das Unternehmen heute bekanntgegeben hat, übernimmt der britische Finanzinvestor Hg die Mehrheit am Unternehmen. Bisherige Investoren werden für eine nicht genannte Summe abgelöst. Darunter fanden sich mehrere Wagniskapitalgeber wie Holtzbrinck Ventures, Rocket Internet, Vorwerk Ventures und RI Digital. Auch Mitgründer Carsten Seel verkauft seine Anteile, bestätigte eine Firmensprecher WirtschaftsWoche Gründer.

Der zweite Gründer, Alexander Bugge, soll dagegen weiterhin Gesellschafter und Co-Geschäftsführer bleiben. Im Zuge der Übernahme beteilige sich zudem auch Co-Geschäftsführer Thomas Eichenberg am Unternehmen.

Wachsende Plattform

Mein Auto war eigenen Angaben zufolge in den vergangenen beiden Jahren profitabel. Geld verdient das Unternehmen vor allem über Provisionen der Händler. Über 9.000 sind inzwischen an die Plattform angeschlossen. Seit 2009 gibt es zudem die B2B-Neuwagenplattform Pro-Neuwagen, 2015 kam Mein Auto Local hinzu – eine Vermittlung regionaler Kundenanfragen.

Aktuell arbeitet das 90 Mitarbeiter große Unternehmen an „Mein Auto Börse“: Damit sollen Händler die Möglichkeit bekommen, auch Gebrauchtwagen auf MeinAuto.de zu vermarkten. Weitere Wachstumsmöglichkeiten liegen in der Internationalisierung: Bisher sind die Kölner nur in Deutschland aktiv.