Großkonzerne können sich eigene Cyberabwehrcentren leisten. Für alle anderen bieten deutsche Start-ups bezahlbare Lösungen bei der IT-Sicherheit.

Wer bisher herausfinden wollte, wie groß der Stellenwert einer Abteilung im Unternehmen ist, dem reichte ein Blick auf den Etagenwegweiser: Der Vorstand ganz oben – die IT im Keller. Diese Ansicht hat sich radikal geändert. Heute sitzt die IT-Abteilung teils sogar in derselben Etage wie der Chef. Denn nicht nur die IT, auch die Sicherheit der Unternehmensrechner und der dort möglicherweise gespeicherten Firmengeheimnisse haben massiv an Bedeutung gewonnen. Davon können auch Start-ups profitieren.

Dass Sicherheit heute so weit oben auf der Agenda steht, ist kein Wunder: Laut dem Lagebericht zur IT-Sicherheit in Deutschland 2014 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) „gibt es jeden Monat mindestens eine Million Infektionen durch Schadprogramme.“ Die Zahl der Schadprogrammvarianten steigt laut diesem Bericht sogar täglich um rund 300.000.

Angriffe auf Industrieunternehmen

Die Gefahr steigt sogar. Christian Funk, Leiter des deutschen Forschungs- und Analyse Teams bei Kaspersky Lab erwartet, dass „Cyberkriminelle Attacken gegen mit dem Internet verbundene Geräte (Internet der Dinge) in ihr Arsenal aufnehmen werden“. Die Gefahr sei dann besonders groß, wenn es um Angriffe gegen hochrangige Ziele gehe, die im Zusammenhang mit Produktions- und Industrieprozessen stehen.

Durch die gestiegene Sensibilisierung und öffentliche Wahrnehmung – auch in Folge der Enthüllungen von Edward Snowden – steigt auch die Zahlungsbereitschaft. Besonders deutlich wurde dies in der Studie ,,IT-Sicherheit und Datenschutz 2015” der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit. In der Befragung von 100 Fach- und Führungskräften im Rahmen der Fachmesse it-sa schätzen 45 Prozent der interviewten Personen, dass sich das Budget deutscher Unternehmen für IT-Sicherheit bis zum Jahr 2020 verdoppeln wird, 20 Prozent, dass es um die Hälfte steigen wird. Das Interessante: Kein einziger Befragter erwartet, dass das Budget sinken wird. Von dieser Entwicklung wollen auch die deutschen Start-ups profitieren.