Mit anonymen Bewerberprofilen will das estnische Start-up auf dem Recruiting-Markt punkten. Eine Finanzierungsrunde soll beim Markteintritt hierzulande helfen.

Ein Chatbot für die Stellensuche: Das estnische Start-up MeetFrank setzt auf einen Algorithmus, der den ersten Kontakt zwischen Stellensuchendem und möglichst passendem Unternehmen vorschlägt und anmoderiert. Die Firma erfährt dabei im ersten Schritt weder Alter, noch Geschlecht oder Herkunft des Bewerbers – die Vermittlung bezieht sich ausschließlich auf Fähigkeiten und berufliche Ziele der Stellensuchenden.

Mit diesem Konzept, das an Pilotprojekte zur anonymen Bewerbung erinnert, will das im vergangenen Herbst gestartete Unternehmen nun auch auf dem deutschen Markt punkten. Für das Marketing und den Aufbau eines eigenen Büros in Berlin stellen Investoren dem Start-up rund eine Million Euro zur Verfügung. Das Geld kommt von den Risikokapitalgebern Hummingbird, Karma und Change Ventures.

Viel Bewegung bei Recruiting-Start-ups

„Deutschland ist für uns der bislang größte und wichtigste Markt“, sagt Gründer Kareel Holm. Nach eigenen Angaben nutzen bereits Konzerne wie Daimler, Eon, Delivery Hero oder MyTaxi die Software. Die Ziele des Start-ups sind jedoch äußerst ehrgeizig: Bis Ende dieses Jahres will MeetFrank 500.000 Nutzer und 2000 Unternehmenskunden in Deutschland von sich überzeugen. Bislang ist das Start-up vor allem im Baltikum und in Skandinavien unterwegs.

In Deutschland trifft es auf eine große Konkurrenz. Zahlreiche Start-ups zielen mit ihren Lösungen auf die vereinfachte Bewerbersuche für Firmen. In Zeiten eines steigenden Fachkräftemangels in einigen Berufen müssen Unternehmen größere Budgets für die Suche nach den passenden Talenten und die Betreuung der Mitarbeiter freimachen. Die Wiener Headhunting-Plattform JobRocker sammelte dafür im Januar eine Million Euro ein. Auf dem speziellen Arbeitsmarkt der Juristen ist das Münchener Start-up Talent Rocket unterwegs. Mit einem Feedbacktool für Firmen versucht sich etwa das dänische Start-up Peakon seit Anfang des Jahres auf dem deutschen Markt.