Das Münchner Start-up Caremondo hat ein Portal für Medizintourismus aufgebaut. Nun erhält es einen siebenstelligen Betrag, unter anderem von Holtzbrinck Ventures.

Das Geschäft mit Patienten, die extra aus dem Ausland für eine ärztliche Behandlung nach Deutschland reisen, gilt als Milliardenmarkt. Die Bundesrepublik zählt wegen ihrer hohen Qualitätsstandards zu einem Hauptziel der sogenannten Medizintouristen. Umgekehrt reisen einige Patienten auch immer häufiger ins Ausland, um ihre Behandlung günstiger zu bekommen.

Das Münchner Start-up Caremondo hat daraus ein Geschäftsmodell entwickelt. Das 2014 gegründete Unternehmen bietet auf seiner Plattform die Möglichkeit, die Angebote weltweit zu vergleichen. Nun hat das Start-up mit seiner Idee den Wagniskapitalgeber Holtzbrinck Ventures sowie mehrere Business Angel überzeugen können. Die Investoren haben in einer aktuellen Finanzierungsrunde einen siebenstelligen Betrag in die Münchner Firma gesteckt.

Ein kritisches Geschäftsmodell

Das frische Kapital will Caremondo nicht nur in das weitere Wachstum stecken, sondern auch in die Expansion. Das Start-up ist bislang bereits in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv, will seine Plattform aber auch auf internationale Patienten ausrichten.

Zu den 50 Krankenhäusern, die mit Caremondo zusammenarbeiten, zählt unter anderem die Charité in Berlin. Das Unternehmen, das von Veronika Leitermann und Andreas Otto gegründet wurde, vermittelt aber nicht nur Krankenhäusern, sondern hilft den Kunden auch bei der Organisation ihrer Reise sowie bei der Beantragung des Visums. Zudem können Patienten ihre Krankenakten bei dem Start-up übersetzen lassen. Caremondo beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter.

Das Geschäft mit dem Medizintourismus ist nicht unumstritten. Immer wieder gibt es Kritik an Vermittlern, die dieselben Dienstleistungen wie Caremondo anbieten, weil sie doppelt kassieren und die Patienten ausnutzen. Auch einige Ärzte machen bei der Abzocke mit