Dass dazu eine Portion Selbstbewusstsein gehört, weiß Simone Janson ganz genau. Sie betreibt mit Berufebilder ein Portal für Bildungs- und Karrierethemen – ein Bereich, der nicht unbedingt als typisch für Frauen gilt. Umso wichtiger ist ein angemessen selbstbewusstes Auftreten, sowohl den Lesern als auch den Kooperationspartnern gegenüber. „Wenn Frauen eher bescheiden auftreten, werden sie manchmal nicht ernst genommen“, so Simone Janson. „Umgekehrt wird aber von Frauen auch gerne mal ein bescheidenes und klischeehaftes Auftreten erwartet.“ Die richtige Balance zu finden, ist hier die große Kunst. Aber die Probleme werden mit zunehmendem Erfolg eher weniger, meint die Journalistin.

„Ein Vorteil sind Programme und Initiativen, die sich besonders auf Frauen fokussieren“, sagt Maren Heltsche, die auf Rosegarden über das Leben der Post-Generation-Golf-Generation bloggt. Solche Programme und Initiativen gibt es viele. „Ich persönlich profitiere beispielsweise sehr stark von dem Angebot der Rails Girls, in deren Kontext Frauen Programmieren lernen“, erklärt sie. Ein Resultat daraus ist speakerinnen.org, eine Plattform, die kompetente Frauen für Vorträge vorstellt. Bei vielen Kongressen oder Podiumsdiskussionen sind diese nämlich noch oft unterrepräsentiert. „Keine Ausreden mehr für Panels ohne Frauen!“, ist deshalb das Motto.

Susann Hoffmann will die Inhalte stärker im Blick haben, weniger das Geschlecht. „Es gibt Gründerinnen-Listen in Medien, es gibt Gründerinnen-Konferenz-Anfragen, von Vorteil sind jedoch alle medialen Auftritte nur, wenn es auch um starke Inhalte, Positionen und das Unternehmen geht und nicht erster Linie um das Geschlecht“, sagt die Mitgründerin von Edition F, einem Online-Magazin rund um Wirtschaft, Politik, Karriere und Gesellschaft aus weiblicher Perspektive. Daran angeschlossen ist zudem eine Community, eine Jobbörse und ein Marktplatz für Business-Mode. Dort machen sie selbst vor, was Susann Hoffmann für wichtig hält: „Nicht über Frauen berichten, weil sie Frauen sind, sondern weil sie das machen, was sie machen.“

Auch Susanne Kasper, die gerade dabei ist, ihr Rezensionsportal Literaturschock zu professionalisieren und monetarisieren, hält wenig von geschlechtsspezifischen Unterscheidungen und würde sich wünschen, dass „Können und Engagement“ in den Vordergrund rücken. Deshalb rät Heike Scholz, sich von meist rein weiblich besetzten „geschlossenen Jammerzirkeln“ zu entfernen und Projekte stattdessen anzupacken – „wenn es sein muss, auch allein“.