Der Konzern öffnet sein Start-up-Programm auch für andere etablierte Handelsunternehmen. Die Bedingungen für junge Firmen werden ebenfalls lockerer.

Reales Einkaufen, gemischt mit virtuellen Eindrücken: Das konnten in den vergangenen Monaten mehrere tausend Saturn-Kunden ausprobieren. In Kooperaton mit dem Münchener Start-up Innoactive testete der Handelskonzern die neue Technologie in 20 Märkten. „Produkte mieten, sich vom Roboter bedienen lassen und mit der Virtual Reality Brille die Küche planen – all das könnten wir unseren Kunden nicht ermöglichen ohne Start-ups“ sagt der Chief Digital Officer von MediaMarkt-Saturn, Martin Wild, gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Jetzt will das Handelsunternehmen die Zusammenarbeit noch einmal erweitern. Für die nächste Auflage des Accelerator-Programms unter dem neuen Namen „Retailtech Hub“ sucht MediaMarkt-Saturn aktuell bis zu zehn neue Start-ups. Die müssen im Vergleich zu vorherigen Durchgängen keine Anteile abgeben und nicht zwangsläufig komplett nach München umziehen. Das Programm wird in Kooperation mit dem erfahrenen amerikanischen Accelerator Plug and Play Tech Center gestaltet.

Mehrwert durch mehr Händler

Zugleich startet MediaMarkt-Saturn die Suche nach anderen etablierten Handelsunternehmen, die von dem Austausch mit jungen Firmen profitieren wollen. „Viele versuchen, alleine den Stein der Weisen zu finden“, sagt Wild. Dabei gebe es bei Neuerungen im Handelsbereich einen großen Überschneidungsbereich, insbesondere wenn es um digitale Services und Produkte für stationäre Filialen gehe.

Zukünftig sollen daher auch andere Handelsunternehmen im Accelerator-Programm mitmischen und den Start-ups den Zugang zu ihren Kunden ermöglichen. „Wir möchten diesen Mehrwert ausbauen, indem wir den Gründern Tests bei Händlern mehrerer Branchen ermöglichen“, sagt Wild. Angst vor zu großem Konkurrenzdenken hat er dabei nicht: „Hier kann man gegenseitig von den Erfahrungen lernen, ohne Geheimnisse aus dem operativen Geschäft zu verraten.“

Als eine Vorzeigegeschichte der bisherigen Start-up-Arbeit des Handelskonzern gilt die Deutsche Technikberatung, die in der ersten Auflage des Accelerators gefördert wurden. Die Helfer bei Fragen rund um Elektrogeräte sollen nach und nach in allen deutschen Filialen von Media Markt und Saturn zu finden sein.