Kleine Funksender mit dem Namen Beacon sind derzeit ein Riesentrend, Einzelhändler wollen damit die Smartphone-Generation zurück erobern. Auch in vielen McDonald´s-Filialen wird nun die Technik mit Hilfe des Startups Beaconinside getestet.

Leuchtfeuer bedeutet das englische Wort Beacon und die gleichnamige Funktechnologie ist dabei, sich wie ein Lauffeuer bei Einzelhändlern oder Gastronomen zu verbreiten. Auch in geschlossenen Räumen können Smartphones mit den Funkchips genau geortet werden. Deren Nutzern können Händler so Sonderangebote oder andere Werbebotschaften per Bluetooth auf das Handy schicken, wenn sie entsprechende Dienste nutzen wollen.

„Derzeit ploppen viele Beacon-Anbieter auf“, sagt Michael Kappler, der mit Cornelius Rabsch (von links) das Startup Beaconinside gegründet hat. Im Gegensatz zu manchen Wettbewerbern produzieren die beiden Gründer jedoch die kleinen auch iBeacon genannten Funkchips selbst und verfügen bereits über einen prominenten Kunden: Sie haben 30 McDonald´s-Filialen zwischen München und Frankfurt mit den Beacon-Funkchips ausgerüstet.

Kunden müssen einmalig einen QR-Code scannen und die CouponCard der lokalen McDonald´s zu Apples-Bonusprogramm Passbook hinzufügen. Danach werden bei künftigen Restaurantbesuchen durch die Beacons neue Angebote direkt auf das Smartphone gefunkt.

Derzeit beteiligen sich sechs Franchisenehmer an dem Test, Kappler hofft die Technik künftig deutschlandweit in den Burgerläden zu installieren. Erste Gespräche mit der McDonald´s-Zentrale habe es bereits gegeben. Dann könnte so eine Funktion auch in die offizielle McDonald´s-App integriert werden, was den Umweg über die schwarz-weißen Pixelcodes erspart.

Bis dahin müsste das Startup aus dem unweit des Bodensees gelegenen Weingarten die Produktion aber deutlich ausweiten. Die Funkchips lassen sie selbst in Bayern fertigen, die erste Serienproduktion wird in diesen Wochen ausgeliefert. „Die ersten 2000 Stück sind schon ausverkauft“, sagt Kappler. Nachschub wird in den nächsten Wochen gefertigt und den braucht das Startup auch: Allein für einen möglichen Einsatz bei einer Messe sollen bis zu 4000 Beacons installiert werden – bei Stückpreisen für die Chips von etwa 30 Euro ein lohnendes Geschäft.

Beacons können das fehlende Puzzlestück für ortsbasierte Werbung sein

Die Eigenproduktion ist dabei ein klarer Vorteil, denn die Chips sind derzeit generell knapp, bestätigt Alexander Oelling, Mitgründer des Berliner Konkurrenten Sensorberg: „Bei den meisten Herstellern in China sind Beacons momentan für Monate ausverkauft“.

Dabei dürfte der Beacon-Boom erst am Anfang stehen. Viele größere Händler experimentieren derzeit mit der Technik oder prüfen entsprechende Tests, in den kommenden Monaten wird es daher zahlreiche neue Anwendungen geben.

Über ortsbezogene Werbung wird zwar seit Jahren diskutiert, doch die Beacons sind vielleicht das technische Puzzlestück, das bislang für einen Erfolg fehlte. Vor allem zur Kundenbindung ist die Technologie interessant, statt per Stempel- oder Plastikkarte können Bonusprogramme direkt auf dem Smartphone laufen. Auch Gutscheine und andere Lockangebote können vor oder in Läden direkt auf den Bildschirm gefunkt werden.

In diesem Bereich kennen sich die Gründer von Beaconinside gut aus. Kappler hat früher das Startup Deutschlandcoupon geführt und verkaufte es 2010 an den digitalen Prospektvermittler Kaufda.

Bei dem inzwischen zu Axel-Springer gehörenden Unternehmen leitete er anschließend zwei Jahre den Geschäftsbereich Couponing. Auch Rabsch war früher bei Kaufda, zuletzt arbeitete er bei Ebay-Deutschland als Manager für mobile Anwendungen. Doch im Februar hat er dort aufgehört, um setzt nun voll auf Beacons.