Der lokale Marktplatz Locafox traut sich raus aus seinem Heimatmarkt und startet in sieben neuen Städten.

Das Marktplatzportal Locafox wagt sich raus aus Berlin: Das 2013 gegründete Start-up will seinen Dienst künftig auch in Hamburg, München, Leipzig, Köln, Dortmund, Bochum und Bielefeld anbieten. Das gab das Unternehmen in einer Mitteilung am Montag bekannt. Locafox hatte erst im Mai eine Finanzierungsrunde von mehreren Millionen Euro abgeschlossen.

Das Berliner Start-up hat die Städte nach eigenen Angaben nicht willkürlich ausgewählt: Man habe zunächst den Markt analysiert und sich dann für die neuen Standorte entschieden. Locafox will den stationären Handel mit dem E-Commerce verbinden. Auf der Plattform können die Nutzer ein Produkt suchen und bekommen dann die lokalen Geschäfte angezeigt, die über diese Ware verfügen. Der Konsument kann das gewünschte Produkt bei den Händlern reservieren und zu einem späteren Zeitpunkt abholen.

An seinen neuen Standorten will sich das Start-up vorerst auf Elektronik konzentrieren. Das hatte Locafox auch bereits in Berlin so gemacht. In diesem Segment könne man „die höchste Dichte an Händlern und Produkten“ erkennen, sagte Geschäftsführer Karl Josef Seilern der Mitteilung zufolge. Andere Bereiche sind von der Expansion aber nicht ausgeschlossen, auch in den Kategorien Bücher und Spielzeug fänden sich bereits erste Angebote. Insgesamt kooperiert das Berliner Unternehmen nach eigenen Angaben nun mit 1500 Händlern. Für Locafox könnte die Expansion nicht die letzte gewesen sein. Auf seiner Webseite schreibt das Unternehmen: „Weitere Städte und Regionen folgen in Kürze.“

Lokale Konkurrenz für Amazon

Geld verdient Locafox über die Händler: Wenn ein Konsument über die Plattform ein Produkt reserviert, müssen sie eine Kommission an das Start-up zahlen. Das gilt auch, wenn ein Nutzer genaue Informationen über das Geschäft haben will und beispielsweise auf den Standort klickt. Locafox kooperiert vor allem mit großen Handelsketten wie Conrad, Hugendubel oder auch Peek & Cloppenburg.

Mit seiner Idee will Locafox eine lokale Alternative zu Amazon darstellen. Das Berliner Start-up versucht aber nicht als Einziges, Online- und Offlinehandel zu verknüpfen. Das Düsseldorfer Unternehmen Hierbeidir bietet Händlern beispielsweise die Möglichkeit, über die Webseite einen eigenen Onlinehandel aufzubauen. Hier zahlen Händler eine Provision von zehn Prozent, wenn es zum Kauf kommt.