Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen heute die Gründer von Margin, Jonathan Maycock, Christof Elbrechter und René Tünnermann, überzeugen. Sie bauen einen Handelsterminal für Kryptowährungen. Wie urteilt Investor Frank Thelen?

Eine halbe Minute mit Investor Frank Thelen im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bieten das erste zentrale Handelsterminal für Kryptowährungen, egal, ob Bitcoin, Ethereum oder EOS. Mit unserer Software kann man die Währungen auf allen Kryptobörsen der Welt kaufen und verkaufen. Auch erhält der Händler permanent Branchennews, die direkt in das Terminal einfließen.
Noch sind unsere Kunden vor allem Kryptowährungsfans. Allerdings richten wir uns zunehmend an Investmentfonds und Vermögensverwalter, die für reiche Unternehmerfamilien Kryptowährungsdepots aufbauen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben 2013 angefangen, selbst Kryptogeld zu handeln. Als wir feststellten, dass es die Werkzeuge dafür nicht gibt, haben wir uns diese programmiert.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Momentan zahlt der Kunde noch für die Nutzung unserer Software. Wir ändern das allerdings gerade und lassen uns an den Umsätzen der Börsen beteiligen, wenn wir die Transaktion abwickeln.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Leidenschaftlich und fokussiert. Es gibt nur einen kurzen Moment, in dem man ein großer Player in diesem Markt werden kann. Den wollen wir nutzen.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Von uns drei Gründern kommen zwei aus Bielefeld, einer aus Irland. Der Rest im Team stammt etwa aus den USA, Indien und Pakistan. Zudem haben wir eine Finanzchefin und eine Leiterin Kundendienst.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs wollten wir eine Bitcoin-Börse bauen. Wir mussten aber erkennen, dass die Regulierung zu unsicher war. Unser Terminal dagegen braucht aktuell keine amtliche Zulassung.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir in der Kryptowelt das, was das Bloomberg-Terminal für normale Wertpapier- und Währungshändler ist.

Fakten zum Start-up

Gründung: 2016
Kunden: rund 4000
Finanzierung: 500.000 Dollar von Privatinvestoren
Mitarbeiter: 11

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Der Markt hat enormes Potenzial, ist aber risikobehaftet und intransparent. Eine zentrale Plattform ist darum sinnvoll. Es ist aber entscheidend, wie gut die regulatorisch und technisch umgesetzt ist.“

Frank Thelen, Gründer der Wagniskapitalfirma Freigeist, einstiger Investor bei MyTaxi und Wunderlist