Die Berliner helfen anderen Start-ups mit Geld und Dienstleistungen. Jetzt will die große Beratungsgesellschaft von der Gründungs-Expertise profitieren.

Erst im August hatte Makers richtig Kasse gemacht: Mit dem Verkauf von Iconpeaks gelang es den Berlinern, ihr Investment in nur vier Jahren zu verfünzigfachen. Jetzt hat die weltweit tätige Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte den Berliner Inkubator übernommen. Über den Kauf hatte zuerst Gründerszene berichtet, kurz darauf bestätigte die Beratungsgesellschaft Deloitte den Deal dann in einer Pressemitteilung. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Zukünftig könnte Makers als Teil von Deloitte Digital Ventures stärker als früher auch als Berater für Konzerne tätig werden. Die streben zunehmend danach, eigene Start-up-Erfolgsgeschichten zu schreiben und digitale Geschäftsmodelle schnell skalieren zu können. „Erfahrung und Expertise des Teams von Makers im Business Building ergänzen unser bestehendes Team ideal“, sagt Nikolay Kolev, Partner bei Deloitte Digital. „So können wir multinationale Firmen und Konzerne beim Corporate Venturing noch besser unterstützen.“

Consulting-Firmen kaufen zu

Nach Angaben von Deloitte wechselt das gesamte Makers-Team inklusive der Gründer Friedrich A. Neumann und Marius Schulze zur Beratungsgesellschaft. Die Portfoliounternehmen, zu denen etwa Optionspace oder Stegimondo gehört, sind nicht Teil des Deals.

Die Transaktion reiht sich ein in die größere Umwerfungen auf dem Beratungsmarkt. Weil insbesondere Konzerne nach Unterstützung bei der digitalen Transformation suchen, müssen auch die großen Beratungsgesellschaften ihr Portfolio ausbauen. „Gemeinsam wollen wir den Fokus auf Venturing verstärken und für unsere Kunden aus aller Welt skalierbare Digitalunternehmen aufbauen“, kommentiert Makers-Gründer Neuman jetzt den Exit. Deloitte-Konkurrent EY hatte etwa erst in der vergangenen Woche bekannt gegeben, sich durch den Kauf von Etventures ganz ähnlich zu verstärken.