Outfittery erleichtert hunderttausend Männern den lästigen Klamottenkauf. Mit einer zweistelligen Millionensumme soll die Idee nun Europa erobern.

Ein Foto beseitigte letzte Zweifel. Sam Brooks, Partner des US-Risikokapitalgebers Highland Capital Partners, hatte die Aufnahme an seine Frau geschickt. Darauf war er selbst, neu eingekleidet von den Stilberaterinnen des Berliner Startups Outfittery. Brooks Frau war begeistert und so auch der Investor: Highland steckt gemeinsam mit den bisherigen Investoren wie Holtzbrinck Ventures und Mangrove Capital Partners die stolze Summe von 13 Millionen Euro in den Modeversender.

Überzeugt hat die Investoren aber vor allem, wie gut das Geschäftsmodell funktioniert. 100.000 Kunden hat Outfittery inzwischen – fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Das von Julia Bösch und Anna Alex gegründete Unternehmen analysiert mit der ausschließlich männlichen Kundschaft deren Stil und Kleidungsvorlieben und stellt ihnen dann eine individuelle Box zusammen. Diese können zu Hause probieren, was ihnen gefällt und den Rest zurück schicken. Bislang enthielten die Boxen nur Freizeitklamotten, seit diesem Jahr sind auch Anzüge und andere Geschäfts-Outfits dabei.

Nun will Outfittery mit dem frischen Kapital auch das Ausland erobern. In Österreich und der Schweiz ist das Unternehmen bereits im Vorjahr gestartet. „Es sollen in diesem Jahr noch weitere Länder hinzu kommen“, sagt Bösch. Als nächstes folgen die Niederlande, voraussichtlich im April. „Wir wollen die Marktführerschaft in Europa“, sagt Bösch. Dort gibt es inzwischen zwar einige Konkurrenten, doch denen werde man nicht viel Raum lassen. Dass Bösch nicht nur markige Sprüche klopfen kann, hat sie in ihrem vorherigen Job bewiesen: Da leitete die 29-jährige das internationale Geschäft von Zalando.