Das 2015 gegründete Start-up mit Sitz in Berlin wirbt einen Millionenbetrag ein – und will nun die Kundenakquise vorantreiben.

Als Mitarbeiterbindungsinstrument sind Essensmarken weit verbreitet: Unternehmen gewähren Mitarbeitern einen steuerfreien Zuschuss – und sparen im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung die sonst anfallenden Lohnnebenkosten. Mit einer digitalen Variante der Essenmarken will Lunchio den Markt aufmischen. Das Start-up übernimmt dabei für Unternehmen die Verwaltung und Abrechnung.

Gegründet 2015 im Ruhrgebiet, hat das mittlerweile in Berlin ansässige Start-up nun eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Das gab Lunchio heute bekannt. Neuinvestoren sind der von der IBB Beteiligungsgesellschaft gemanagte VC-Fonds Kreativwirtschaft, der Gelbe-Seiten-Verlag Müller Medien sowie MGO Digital Ventures. Geld nachgeschossen haben auch die bestehenden Investoren Dr. Max Iann Invest und Metro-Tochter HORECA.digital.

Nicht an Akzeptanzstellen gebunden

„Lunchio operiert in einem globalen und zukunftsträchtigen Markt mit hohem Disruptionspotential für digitale Geschäftsmodelle“, so die Einschätzung von Anvita Mudkani, Investmentmanagerin der IBB Beteiligungsgesellschaft. Das frische Kapital will das Start-up vor allem in die Kundenakquise und die weitere Produktentwicklung stecken. Aktuell sind 20 Mitarbeiter an den Standorten Berlin und Ulm beschäftigt.

Eine Besonderheit der „digitalen Essensmarken“ ist, dass diese nicht an spezielle Akzeptanzstellen gebunden sind. Statt Gutscheine einzulösen, fotografieren Mitarbeiter Rechnungen etwa aus dem Restaurant, der Bäckerei oder dem Supermarkt ab. Per App wird der Beleg an Lunchio geschickt – zurück kommt eine Nachricht über das verbliebene Guthaben. Die Erstattung erfolgt dann über die Lohnabrechnung.

Gestartet war Lunchio indes mit einer anderen Idee: Die App war ursprünglich als „Online-Kellner“ für die Mittagspause konzipiert. Arbeitnehmer konnten darüber bei teilnehmenden Restaurants Essen vorbestellen – und so Zeit sparen. Später kamen dann die Essensmarken hinzu.