Junge Unternehmen aus der Logistik bauen mit frischem Kapital ihre Teams aus, zeigt eine Auswertung. Langsam wächst so die Konkurrenz zu den Riesen der Branche.

Doks.Innovation sucht Produktmanager und Entwickler, Freighthub einen Business Development Manager und einen Mitarbeiter für die Preisgestaltung, ProGlove forscht nach einem Kommunikationsdesginer: Zahlreiche Logistik-Start-ups sind aktuell auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Mit ihren ehrgeizigen Wachstumsplänen dürften die jungen Unternehmen bald auch in stärkerer Konkurrenz zu den etablierten Logistikern treten.

Das zeigt jetzt eine aktuelle Untersuchung der Jobplattform Joblift. Deren Mitarbeiter haben die online veröffentlichten Stellenanzeigen der letzten zwei Jahre aus der Branche untersucht: Die Anzahl der Jobgesuche von Start-ups stieg alleine im vergangenen Jahr um 63 Prozent. Die 100 größten Logistikunternehmen legten ebenfalls zu, jedoch nur um 18 Prozent.

Noch müssen sich die Giganten dabei keine allzu großen Sorgen machen: Sie schrieben etwa 20 Mal so viele Stellen aus wie die Start-ups, die online nach insgesamt 1200 Jobs suchten. Ein anderer Wert könnte bei den Konzernen jedoch die Alarmglocken läuten lassen: Sie suchten länger nach neuen Fachkräften als die Start-ups – im Schnitt waren Start-up-Stellenanzeigen 43 Tage online, die von den etablierten Marktteilnehmern 46 Tage.

Start-ups suchen in Berlin und München

Die jungen Angreifer sorgen auch für eine kleine regionale Verschiebung der Jobs: Hamburg mit dem Hafen und dort ansässigen Logistikern wie Hapag-Lloyd bleibt zwar der dominierende Arbeitsort in den ausgeschriebenen Stellen. Die digitalen Start-ups suchen dagegen vor allem Fachkräfte für Berlin und München.

In der lange Zeit schwach digitalisierten Logistikbranche hatte es im vergangenen Jahr einige größere Finanzierungsrunden gegeben, die sich jetzt auch im Stellenwachstum niederschlagen. Neben eigenen Gründungen hatten zunehmend auch Konzerne selbst reagiert: Aufliegerhersteller Schmitz Cargobull hatte im November ein eigenes Start-up ausgegründet, auch der Recyclingkonzern Alba hatte kürzlich eine eigene Plattformn gestartet.