Achte Folge, vierte Staffel in der Start-up-Show von Vox: Wir haben mitgeguckt und die Reaktionen aus dem Netz gesammelt.

19.44 Uhr: Noch sind Hobbyköche auf dem Fernsehsender Vox zugange, doch in ein paar Minuten betreten die Gründer aus Folge Acht der „Höhle der Löwen“ die Bühne. Diesmal wollen sie die Investoren wieder mit tierisch kreativen Ideen überzeugen: von Katzenstreu über Malkurse bis hin zu Männer-Accessoires. Das zeigt unsere Übersicht des Abends.

19.53 Uhr: Hoppla, da stimmt etwas nicht. Es hat sich ein neuer „Löwe“ in die Höhle geschlichen. Georg Kofler springt für Judith Williams ein, die wegen Krankheit aussetzen musste. Ob er ihr ein paar lukrative Deals wegschnappt? Das wäre jedenfalls nicht ganz so schlimm: Der Medienunternehmer aus Südtirol hat 2016 ein Joint Venture mit der TV-Shopping-Queen gegründet. Die Investments bleiben also im Haus. Die neue Besetzung in der Jury sorgt im Netz allerdings noch für Skepsis.

20.07 Uhr: Die heutige Folge bekommt Konkurrenz aus der Welt des Sports. Einige Zuschauer könnten noch spotan zum Fußball überwechseln, denn es geht in die zweite Runde des DFB-Pokals.

20.15 Uhr: Los geht’s. Wer sich dazu entschieden hat, Vox einzuschalten, bekommt zuerst den Pitch des Start-ups ArtNight aus Berlin zu sehen. Aimie-Sarah Henze und David Neisinger stellen ihre Idee vor: Mal-Workshops in Bars und Restaurants, bei denen Kunden unter Anleitung lokaler Künstler den Pinsel schwingen sollen. „Die größte Plattform für kreative Erlebnisse in Europa zu sein“, so das Ziel der Gründer. Sie hoffen auf ein Investment von 150.000 Euro und bieten im Gegenzug eine Beteiligung von 10 Prozent an.

20.19 Uhr: Bevor es ums Geschäft geht, muss eine Sache geklärt werden: Co-Gründer David Neisinger ist noch Single. Aha. Ob ihm das zum Erfolg bei den Löwen verhilft?

20.24 Uhr: Bei Carsten Maschmeyer versiegt die kreative Ader bereits. Er zweifelt daran, dass das Start-up 1,5 Millionen Euro wert ist.

20.25 Uhr: Neu-Löwe Georg Kofler überspringt das Gerede und legt direkt ein Angebot auf den Tisch – er akzeptiert die Bedingungen der Gründer und ist bereit, 150.000 Euro zu investieren. Frank Thelen springt ebenfalls ein, fordert aber 15 Prozent der Anteile. Welcher Löwe bekommt den Zuschlag? Das Netz wettet auf den Tech-Investor:

20.32 Uhr: Gast-Löwe Kofler macht seinen ersten Deal. Die Gründer sind überzeugt, dass der Medienunternehmer ihr Produkt am besten versteht – immer noch Ratlosigkeit bei den Zuschauern.

20.33 Uhr: Eine Weltneuheit kündigt Ali Dilgin von Keddii Scoop an. Der Gründer aus Berlin hat eine Katzenstreuschaufel entwickelt, die unterschiedliche Streuarten sieben kann. Für die Produktion und Vermarktung seiner Katzenschaufel benötigt er 100.000 Euro und bietet 30 Prozent seiner Firmenanteile.

20.38 Uhr: Dagmar Wöhrl schreitet zur Tat und sucht nach dem Häufchen im Katzenklo. Frank Thelen steigt direkt aus.

20.45 Uhr: Unternehmerin Wöhrl ist fündig geworden. Sie kritisiert, dass der Gründer bisher noch keine Aufträge vorweisen kann – und lehnt ab. Auch Maschmeyer wittert zu viele Probleme, vor allem mit dem Patentschutz. Ein Design-Patent in den USA kann nicht überzeugen. Da bleiben nur noch Neu-Löwe Kofler und Ralf Dümmel.

20.51 Uhr: Erstmal Werbepause und Erholung für die Stubentiger:

21.00 Uhr: Nach dem Ausstieg von Kofler sieht der Imbiss-Verkäufer aus Berlin seine Felle davonschwimmen. Bisher hat er  25.000 Euro für sein Start-up angespart. Doch Ralf Dümmel gibt wieder Hoffnung: „Ich weiß, was im Tierbedarf los ist. Wenn Sie wollen, Pflastern wir Deutschland mit Streuschaufeln zu.“ Damit steht der Deal. Die Co-Löwen sehen im Investment eher eine Aktion aus Mitleid – und sind nicht allein mit der Einschätzung.

21.08 Uhr: Lässt sich Erfolg erzwingen? Die nächsten Kandidaten glauben die Gedanken der Löwen steuern zu können. Norman Alexander und Cemal Osmanovic von No Limit wollen für 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen 250.000 Euro einsammeln. Ihre Geschäftsidee: Eine App, die Mentaltraining im Alltag erleichtern soll. Beispielsweise leiten Audio-Clips zu Entspannungsübungen an.

21.17 Uhr: Frank Thelen wird trotz App-Modell unentspannt. Er hält den Start der Firma aus Schweinfurt mit täglich 130 Nutzern für einen Fehlstart. Die Prognosen der Gründer hält er für überzogen. „Das ist nicht selbstreflektiert“, lautet das harte Urteil des Tech-Investors. Es hagelt Absagen: Thelen, Kofler, Dümmel und Maschmeyer sind raus.

21.29 Uhr: Pause. Zeit für eine schnelle Kosten-Nutzen-Analyse.

21.32 Uhr: Auch Dagmar Wöhrl steigt als letztes Jury-Mitglied aus. Das Potenzial hinter No Limit hat nach Meinung der Investoren doch seine Grenzen: Kein Deal für die beiden Gründer.

21.34 Uhr: Weiter geht es mit Start-up Nummer Vier: Manplan aus Steinhagen. Manuel Planella hat eine Halterung für Einstecktücher entworfen. Der ehemalige Autoverkäufer hält das klassische Männer-Accessoire für den neuesten Schrei unter den Anzugträgern. Für 75.000 Euro ist er bereit, zehn Prozent an seiner Firma abzugeben.

21.43 Uhr: „Für so ein Ding gibt doch niemand zehn Euro her“, sagt Carsten Maschmeyer. Ralf Dümmel vermisst den Massenmarkt und lehnt ebenfalls ab.

21.57 Uhr: Nur Familienunternehmerin Wöhrl beißt an. Sie will im Vertrieb unterstützen und die Marke aufbauen. Doch sie verlangt 20 Prozent für 75.000 Euro.

21.59 Uhr: Eine herzliche Umarmung später hat Manuel Planella den Deal, äh… das Tuch, in der Tasche.

22.02 Uhr: Die TeeFee aus Frankfurt erinnert an ein Unternehmen aus der vergangenen Staffel – die Abfluss-Fee.

22.06 Uhr: Die Gründer Jill-Evelin Erlach und Marco Rühl kämpfen um ihr Bild vom schönen Feenwald. Ihr Geschäftsmodell: zuckerfreie Bio-Kindertees mit Stevia. Die Löwen rümpfen allerdings die Nase. Der Beigeschmack des Steviablatts kommt gar nicht gut an. Ganz zu schweigen von der Firmenbewertung: Ein Viertel des Unternehmens soll ein Investment von einer Million Euro einbringen. Unverständnis unter Juroren und Zuschauern:

22.19 Uhr: Das Märchen vom Feenwald ist zu Ende erzählt – ohne Happy End und ohne Deal.

22.24 Uhr: Ob das letzte Start-up des Abends mehr Erfolg hat? Florian Kiener und Stefan Walter von Happy Brush haben eine elektrische Zahnbürste entwickelt, die mit Schall-Technologie für eine sanftere Mundpflege sorgen soll. 120.000 Euro Umsatz mit einem älteren Modell der Schallzahnbürste haben die Gründer aus München bereits vorzuweisen. Sie hoffen jetzt auf 500.000 Euro an frischem Kapital für 10 Prozent ihrer Firmenanteile.

22.31 Uhr: Die Löwen fühlen der Happy Brush genau auf den Zahn. Bei 30 bestehenden Investoren aus zwei vergangenen Finanzierungsrunden ist Medienunternehmer Georg Kofler raus. Frank Thelen sieht keine echte Innovation und steigt ebenfalls aus.

22.36 Uhr: Letzte Werbepause und eine erste Bilanz der Sendung:

22.45 Uhr: Carsten Maschmeyer entdeckt eine neue Spezies: Das „zarte Zahnpflänzchen“ will er gerne anzüchten – mit Hilfe von Ralf Dümmel. Die Co-Investoren bieten 500.000 Euro für 20 Prozent. Die beiden Gründer freuen sich über die Finanzspritze und schlagen ein. Selbst Mutti gibt noch ihren Segen.

22.50 Uhr: Die Sendung ist vorbei – mit vier Deals für ArtNight, Keddii Scoop, Manplan und Happy Brush. Bis auf Frank Thelen sind alle Löwen zum Zug gekommen.

Wie es für das Berliner Start-up ArtNight nach dem Investment von Georg Kofler weiterging, erzählt Mitgründern Aimie-Sarah Henze morgen im Interview bei WirtschaftsWoche Gründer.