Runde sieben in Staffel vier der Start-up-Show von Vox: Wir haben mitgeguckt und die Reaktionen aus dem Netz gesammelt.

19.45 Uhr: Ui, “Die Höhle der Löwen” geht schon die siebte Runde. Müde sind die Zuschauer von der Start-up-Show offenbar noch nicht: Vox feiert die guten Quoten, die Gründerszene freut sich über so große Aufmerksamkeit. Wir werden wieder sechs koalitionswillige Start-ups sehen – und erwarten interessante Sondierungsgespräche. Ein bisschen Zeit, den Fernseher in Gang zu kriegen, ist ja noch.


20.00 Uhr: Die Mischung heute ist übrigens ziemlich bunt. Da geht es unter anderem um neue Schultüten, Sportmode, Rost in Spülmaschinen – und Schneeimitate. Hier unser Überblick zu den Start-ups der Sendung. Aus Investorensicht sollte da eigentlich für jeden etwas dabei sei.

20.15 Uhr:  Und los geht’s. Nun ja – offenbar nicht für alle. Vox scheint nicht so leicht zu finden sein.

20.20 Uhr: Zuerst in die Löwenhöhle wagt sich ein Tüftler aus Stuttgart: Der gelernte Koch Oliver Rokitta hat einen Rostschutz für die Spülmaschine entwickelt – und nach sich selbst benannt. “Rokitta´s Rostschreck ist ein Problemlöser für Millionen Haushalte“, verspricht er. Er würde zehn Prozent seiner Firmenanteile abgeben für ein Investment von 100.000 Euro.

20:30 Uhr: Die Begeisterung von Oliver Rokitta für seine Erfindung ist ansteckend – aber überzeugt es die Investoren? Frank Thelen räumt zwar Spülmaschine aus, hat aber noch nie Rost gesehen. Er ist raus. Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer dagegen waren schon betroffen. Das Netz wettet auf Dümmel.

20:35 Uhr: Na also – die erste Koalition des Abends steht, die erste Obergrenze ist gefallen: Rokitta gibt 35 statt zehn Prozent der Firmenanteile ab, bekommt dafür aber mit Ralf Dümmel wohl den passenden Investor. Einen Heiratsantrag an seine Freundin macht der Erfinder in seinem Überschwang nun auch noch.

20:39 Uhr: Ein “Tinder für Kunst” wollen Matthias Dörner (35) und Timo Hahn (38) entwickelt haben. WYDR ist eine Online-Galerie, die Amateurkünstlern oder Kunststudenten Aufmerksamkeit verschaffen soll. Dazu laden die Künstler auf der Plattform Bilder ihrer Werke hoch. Interessierte wählen dann nach dem Prinzip der Dating-App ihre Lieblingsobjekte mit wenigen Klicks aus. Für ihr in Zürich ansässiges Start-up benötigen die beiden Gründer Kapital in Höhe von 249.999 Euro. Dafür bieten sie 20 Prozent ihres Unternehmens.

20:45 Uhr: Frank Thelen und Carsten Maschmeyer rechnen fleißig – und stören sich an der Firmenbewertung angesichts dessen, das WYDR im vergangenen Jahr nur wenig Umsatz gemacht hat. Die Gründer rechtfertigen sich mit dem “Henne-Ei-Problem”, das sie lösen mussten. Von einer “Unverschämtheit” spricht Maschmeyer.

21:00 Uhr: Zurück aus der Werbung. Judith Williams gefällt die Idee der WYDR-Gründer, aber ihr gefällt nicht, dass die Künstler in der App nicht richtig vorgestellt werden. “Der App-Markt ist kein Kindergeburtstag”, sagt Frank Thelen. Kein Deal.

21:07 Uhr: Nach dem Rückblick auf den LED-Reperaturstift Blufixx aus dem vergangenen Jahr, treten nun Tobias Otto (35) und Johanna Kettner (37) vor die “Löwen”. Das Duo hat mit ihrem Start-up Der kleine Knick neuartige Schultüten entwickelt. So gibt es einen „Schulrex“ in Dinosaurier-Form, den Drachen „Dragobert“ und die Einhorn-Schultüte „Emma“. Für die Erweiterung ihres Sortiments erhofft sich das Duo von den „Löwen“ ein Kapital von 50.000 Euro. Dafür würden sie 20 Prozent ihrer Firma abgeben.

21:10 Uhr: Zumindest die Kinder, die die Schultüten hereingetragen haben, machen ordentlich Eindruck auf Investoren. Nach einer Bastelstunde geht es nun um Zahlen.

21:20 Uhr: 6,50 bis 10 Euro kosten die Schultüten in der Produktion, die Verkaufspreise starten bei 29 Euro. Die Gründer träumen schon von weiteren Produkten. Doch Maschmeyer “kommt das Investment nicht in die Tüte”, auch Thelen, Dümmel und Wöhrl sind raus. Judith Williams hält die geknickten Schultüten für “konkurrenzlos” und “zauberhaft”. Sie hadert aber noch mit dem Saisongeschäft und lässt die Sondierungsgespräche platzen. Eine andere Koalition ist dagegen zustande gekommen, verrät Ralf Dümmel drüben bei Twitter:

21:23 Uhr: Viertes Start-up heute ist Morotai – eine neue Marke für Sportmode. Die Gründer Rafy Ahmed (28), Waldemar Wenzel (29), Werner Strauch (33) und Andreas Maier (31) bieten schon eine Kollektion für Männer und Frauen an, eine Kinder-Linie ist in Planung. Für ihr Start-up benötigen die Gründer ein Investment von 75.000 Euro und bieten dafür 15 Prozent Unternehmensanteile.

Für die Werbepause eine Lesetipp aus dem Archiv: Wie es fünf Start-ups geschafft haben, sich über das Internet Marken für Sportbekleidung aufzubauen.

21:37 Uhr: Drei Sportarten macht Rafy Ahmed – und sieht in der aktuellen Sportbekleidung zu viele Defizite. Sein Anspruch: Die Funktionsbekleidung soll für jede Sportart tauglich sein – und auch im Alltag gut aussehen. Manche Twitter-Nutzer vermuten sich indes noch in der Werbepause.

21:45 Uhr: Die Investoren sind skeptisch – tun es nicht auch T-Shirts und Hosen von Adidas, Nike & Co.? Ralf Dümmel findet die Gründer “geil” – er bietet 75.000 Euro gegen 25,1 Prozent der Anteile. Dagmar Wöhrl nennt die Gründer “dynamisch” – sie will mit den Modehäusern ihrer Familie punkten. Sie bietet 100.000 Euro gegen 20 Prozent der Anteile. Auflösung nach der Werbung.

21:54 Uhr: Die Gründer von Morotai haben sich für das bessere Angebot entschieden – und freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Dagmar Wöhrl.

21:57 Uhr: Rückblick auf Grace Flowerbox – das sind die, die Blumen in Hutboxen verschicken. Die Kooperation mit Dagmar Wöhrl scheint für die Gründer Nina Wegert und Kirishan Selvarajah Früchte zu tragen. Die Zahl der Mitarbeiter ist von 12 auf 60 gewachsen, der Umsatz hat sich vervielfacht. Konkurrenz macht den Beiden übrigens nun Fleurop: Der Branchenriese hat kürzlich den insolventen Berliner Blumenlieferdienst Bloomy Days übernommen und führt die Marke nun weiter.

22:01 Uhr: Jetzt treten Romy (31) und Leon Stein (30) vor die Investoren. Die Geschwister haben zusammen mit ihrem Vater eine Effektmaschine für Bühnen, Events und Partys entwickelt.Damit lässt sich nicht nur Schnee simulieren – auch Regen ohne Wasser ist möglich, zudem kann die patentierte Maschine beispielsweise Blütenblätter, Herbstlaub oder Konfetti vom Himmel rieseln lassen. Der Familienbetrieb Fairy Snow braucht ein Investment von 150.000 Euro. Geboten werden dafür 20 Prozent der Firmenanteile.

22:06 Uhr: Die Investoren sind skeptisch, ob der Markt nicht zu nischig ist. Die Twitter-Nutzer sehen indes durchaus auch Potenzial für den Heimgebrauch.

22:20 Uhr: Die Investoren sind sich einig: Das Start-up sollte aus eigener Kraft wachsen. Zu Koalitionsverhandlungen kommt es nicht.

22:24 Uhr: Das letzte Start-up heute ist 3Bears. Caroline Steingruber (32) und Tim Nichols (35) wollen das in England populäre Haferflockengericht Porridge Deutschland populär machen. Sie würden für 150.000 Euro 15 Prozent ihres Unternehmens abgeben.

22:30 Uhr: Alleine sind Gründer mit der Idee nicht.  So hat etwa auch Mymuesli schon Porridge im Sortiment – unter dem Markennamen Noats. Offenbar ist aber Raum für Newcomer: 3Bears machte in den ersten elf Monaten 120.000 Euro Umsatz, Tendenz stark steigend. Maschmeyer, Dümmel und Wöhrl vermissen eine schützbare Innovationen. Thelen stört sich nur daran, dass die Bären im Logo keine Augen haben.


22:45 Uhr: Judith Williams und Frank Thelen haben vorsondiert – sie bieten zusammen die 150.000 Euro. Dafür verlangen sie aber jeweils 15 Prozent. Die Gründer versuchen noch nachzuverhandeln, willigen dann aber ein. Wie es seit der Aufzeichnung der Sendung bei dem Start-up weiterging, verrät Caroline Steingruber morgen im Interview bei WirtschaftsWoche Gründer.

22:50 Uhr: Bilanz der Folge: Bei den Investoren konnten Rokitta´s RostschreckMorotai und 3Bears punkten. WYDRDer kleine Knick und Fairy Snow gehen in die Opposition – auch wenn es zumindest für die beiden letztgenannten viel Lob gab.