Das Münchner Start-up Lilium will mit einem Lufttaxi abheben – der bekannte Automobildesigner Frank Stephenson kommt nun mit an Bord.

Der Automobil-Designer Frank Stephenson wechselt zum Münchner Start-up Lilium. Dort leitet er ab Mai das Produktdesign, wie die 2015 gegründete Firma mitteilt. Der 58-Jährige gilt als einer der einflussreichsten Autodesigner der Welt und war früher unter anderem bei BMW, Mini, Ferrari, McLaren und Maserati tätig. Stephenson soll eine neue Design-Sprache für den Lilium-Jet entwickeln – sowohl für seine äußere Optik als auch die Innenausstattung. Zudem gestaltet er die Unternehmensinfrastruktur wie Landeplattformen und Abflughallen um. Dafür will er eigens ein neues Design-Team aufbauen.

Lilium tüftelt an einem elektrischen Jet, der Flüge zwischen Städten und innerhalb von Metropolen ermöglichen soll. Das Werbeversprechen: Beispielsweise die 20 Kilometer weite Strecke zwischen dem Berliner Hauptbahnhof und dem Flughafen Schönefeld in etwas mehr als fünf Minuten zurückzulegen. Weil das Flugzeug vertikal starten und landen könne, seien keine Start- und Landebahnen nötig. Derzeit schafft der Jet nach Firmenangaben eine Reichweite bis zu 300 Kilometer.

Konkurrenz für Taxifahrer

Die Vision des inzwischen 100 Mitarbeiter starken Unternehmens ist, künftig Flüge anzubieten, die weniger kosten als eine Fahrt mit einem normalen Taxi. „Dass sich jemand mit Franks Talent und Kultstatus Lilium anschließt, begeistert uns. Für den Weg der nächsten Jahre ist er ein wichtiger Partner“, lässt sich Lilium-Geschäftsführer Daniel Wiegand in einer Pressemitteilung zitieren.

Designer Stephenson will nach eigenen Angaben dazu beitragen, das Lufttaxi so bald wie möglich an den Start zu bringen. Vor genau einem Jahr hat bereits ein (unbemannter) Testflug stattgefunden, bei dem der zweisitzige Prototyp erstmals den Übergang vom Schwebe- in den Vorwärtsflug geschafft hat. „Während meiner gesamten Karriere habe ich mit Ingenieuren Hand in Hand gearbeitet. Und dabei Fahrzeuge geschaffen, die mechanisch effizient und effektiv sind und gleichzeitig schön aussehen. Diese Prinzipien werde ich auch auf die Innovation in der Luftfahrt anwenden“, so der amerikanisch-spanische Designer laut Presseinformation.

Prominente Investoren

Mit der neuen Stelle im Start-up suche er nach einer weiteren Herausforderung: „Mein letzter Job war bereits das Höchste, das man in der Welt des Automobil-Designs überhaupt erreichen kann. Die naheliegende Frage war – was soll als nächstes kommen? Das konnte ich für mich zunächst gar nicht so leicht beantworten. Und dann kam dieses beeindruckende Unternehmen – und es fühlte sich sofort wie der richtige nächste Schritt an.“

Zu seinen Investoren zählt Lilium unter anderem den TV-Star und Wagniskapitalgeber Frank Thelen, außerdem hat der Skype-Gründer Niklas Zennström bereits Millionen in die Firma gesteckt. Im September haben sich die Münchner knapp 76 Millionen Euro gesichert, unter anderem vom chinesischen Online-Riesen Tencent, der die Messaging-App WeChat betreibt.