Die Macher des Senkrechtstarters vermelden erfolgreiche Testflüge und planen ein Lufttaxi. Das freut auch einen prominenten Investor.

Senkrecht starten und landen, fliegen wie ein Flugzeug – und das mit einem emissionsfreien Elektroantrieb. Das ist die Vision von Lilium, einem deutschen Luftfahrt-Start-up. Jetzt konnte das Team um Gründer Daniel Wiegand die ersten erfolgreich absolvierten Testflüge vermelden.

Videomaterial von Lilium zeigt, wie ein zweisitziger Prototyp im April von einem Flugfeld im Bayern aufsteigt, in den Vorwärtsflug übergeht und schließlich wieder senkrecht auf der Landebahn aufsetzt. „Wir haben einige der härtesten Herausforderungen für Ingenieure in der Luftfahrt lösen können, um zu diesem Punkt zu gelangen“, freut sich Daniel Wiegand.

Als nächsten Schritt will Lilium Aviation die Kapazität des Flugzeugs vergrößern. „Jetzt können wir uns darauf konzentieren, einen Fünfsitzer zu produzieren“, sagt Wiegand. Die Idee: Das Fluggerät soll in Zukunft als Lufttaxi dabei helfen, verstopfte Straßen in Großstädten zu entlasten. Angepeilt ist eine Reisegeschwindigkeit von maximal 300 Kilometern pro Stunde und eine Reichweite von 300 Kilometern. Der Energieverbrauch pro Kilometer soll dabei vergleichbar mit einem Elektroauto sein.

Prominente Unterstützer für das Taxi der Lüfte

Das ehrgeizige Projekt hat prominente Unterstützer. Im vergangenen Dezember wurde bekannt, dass der Skype-Gründer Niklas Zennström über seine Venture-Capital-Gesellschaft Atomico zehn Millionen Euro in das Start-up investiert hatte. Zuvor hatte sich bereits der deutsche Investor Frank Thelen an dem Unternehmen beteiligt.

In einem Blog-Eintrag äußerte sich Thelen jetzt zu seiner Beteiligung: Freunde und Kollegen hätten ihn mehrfach gefragt, ob die Investition in Lilium ein Scherz gewesen sei, so Thelen. Umso größer ist die Freude, dass der Jet jetzt abheben konnte: „Zum Glück haben wir einige wenige unternehmerische VCs in Europa, die in herausragende Gründer und neue Märkte investieren“, schreibt Thelen.