Beim Auftakt der Initiative Start-up Teens ist auch unsere Kolumnistin dabei – und blickt in viele interessierte Augenpaare.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt wieder Tijen Onaran. Sie ist Leiterin Kommunikation beim Händlerbund. Zudem ist sie Initiatorin von „Women in E-Commerce“, einem Netzwerk für Frauen aus der E-Commerce Branche. Vor ihrer Anstellung beim Händlerbund war Onaran in unterschiedlichen Positionen für Europa- und Bundestagsabgeordnete sowie im Bundespräsidialamt tätig und danach Leiterin Kommunikation an der Quadriga Hochschule Berlin.

Mittwochabend, 19:00 Uhr in Lippstadt an der Hochschule Hamm-Lippstadt: Ich blicke in sehr viele interessierte Augenpaare von Jugendlichen, die darauf warten was ihnen die Frau mit den Moderationskarten und die fünf anderen auf der Bühne wohl erzählen werden.

Die Geschichten der Gründerinnen und Gründern fesseln

Das Interesse der Jugendlichen ist groß; sie lauschen während der Talkrunde aufmerksam den Geschichten der Unternehmer über das Gründen, über Herausforderungen und über Momente des Verzweifelns. Als ich in das Publikum frage, wer von den Jugendlichen schon eine Idee hat mit der er gründen möchte, gehen zahlreiche Hände hoch. Von einer Software zur privaten Datensicherung, über personalisierte Stirnbänder bis hin zu einer Ausgehmöglichkeit für Jugendliche ab 14 Jahren: Die Ideen sind vielfältig und zum Teil so konkret, dass ich immer wieder nach dem Alter der Jugendlichen frage: 16 oder 17 bekomme ich als Antwort. Unfassbar – mit 16 oder 17 habe ich mich über jede überstandene Mathearbeit gefreut; was ich mal werden will oder gar mit was ich mich mal selbstständig machen könnte, war so weit weg wie die eins in Mathe.

Es gibt im deutschen Fernsehen für alles einen Talk, nur für das Gründen nicht

Die Geschichten der Gründerinnen und Gründer interessieren, sie fesseln und erlauben einen Blick in persönliche Lebenswege mit Auf und Abs. Ob jung, ob alt: wo Menschen sind, sind auch Geschichten. Interessantes, Skurriles, Lustiges – all das ist doch idealer Stoff fürs TV. Die Höhle der Löwen ist spannend, ja – aber es gibt viel zu wenig Raum für die Stories der Gründerinnen und Gründer. Ob Anne Will, Günther Jauch, Maybritt Illner, Sandra Maischberger, Frank Plasberg – sie alle lassen Woche um Woche Politiker, Experten und Medienschaffende die großen Fragen unserer Gesellschaft diskutieren. Doch wo ist der Raum für die Erfahrungen, Irrungen und Wirrungen von Gründern? Es gibt heute im deutschen Fernsehen für alles eine Sendung: ich kann anderen beim Kochen, Shoppen und Gewinnen zuschauen. Ich erfahre in Talkshows alles über das Bürokratiemonster Deutschland, über alle Quoten, die es gibt und je geben wird und wenn das nicht genug ist, gibt´s ja noch den Faktencheck.

3 nach 9 Talk für Gründer

Ich möchte ein 3 nach 9 für die Geschichten der Gründer im deutschen Fernsehen. Einen Talk, der jung und alt anspricht, der inspiriert, hinterfragt und motiviert – einen Talk, der nicht mit der Betroffenheitskeule daherkommt, bei dem ich das Gefühl habe, dass ich erstmal 3 Wochen brauche, um das Erzählte zu verarbeiten, sondern einen Talk, der mich unterhält. Bei dem ich mehr über den Menschen hinter der Idee erfahre; einen Talk, der mich anspricht, unabhängig davon ob ich selbst Gründer/-in bin oder als Angestellte/r in einem Unternehmen arbeite. Ich will einen Blick hinter die Start-up-Kulissen – mit Witz, Esprit und Spirit. Hinfallen, aufstehen, überzeugen, am Limit sein, weitermachen, mit Leidenschaft dabei sein – da gibt es sicherlich viele Geschichten, die es zu erzählen lohnt. Daher liebe Fernsehsender da draußen: traut euch und gebt den Geschichten den Raum! Es stehen auch schon junge Nachwuchstalente in den Startlöchern, die sowohl zuschauen als auch berichten können, was sie selbst bereits auf die Beine gestellt haben.

Also: Wer will?