Der Online-Modehändler schließt eine umangreiche Wachstumsfinanzierung ab und will in neue Länder expandieren. Im Fokus stehen steigende Umsätze.

Schweden, Dänemark, Spanien: In gleich drei neuen Ländern hat die Online-Modeplattform Lesara kürzlich ihren Betrieb aufgenommen. Insgesamt ist das 2013 gestartete Unternehmen nach eigenen Angaben damit in 24 Märkten unterwegs. Und das soll nur ein Zwischenschritt sein, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Roman Kirsch gegenüber WiWo Gründer: „Geografisch erzielet Lesara bereits heute im Ausland 50 Prozent des Umsatzes, wir werden daher weiter expandieren.“

Die aktuelle Expansion wird dabei jetzt durch eine Wachstumsfinanzierung in Höhe von 30 Millionen Euro unterstützt. Das Geld stammt von den bestehenden Investoren Northzone, Mangrove Capital Partners und Vorwerk Ventures. Neu dabei sind die Venture-Capital-Gesellschaften Armat Group und Marschfield Associates.

Das neue Kapital kommt direkt zum Einsatz: „Die Finanzierung wurde und wird für den Aufbau der landesspezifischen Online-Stores und das landesspezifische Marketing eingesetzt“, sagt Kirsch. Dazu gehören außerdem der Aufbau von Logistikketten in den Zielländern und zusätzliche Mitarbeiter – aktuell beschäftigt das Unternehmen 230 Angestellte in Berlin und 70 im chinesischen Guangzhou.

Schnelles Wachstum statt schwarzer Zahlen

„Zusätzlich entwickelt Lesara die Technologie, die hinter der Angebots-Personalisierung und der Trend-Analyse weiter, um auch zukünftig die Technologiehoheit für sich beanspruchen  zu können“, sagt Kirsch. Das Start-up setzt auf Software, um Modetrends im Netz schnell zu erkennen und dann umsetzen zu können. Nach eigenen Angaben schafft es die Firma, innerhalb von zehn Tagen nach Erkennen eines Trends erste Kollektionen anbieten zu können.

Die E-Commerce-Firma setzt in ihrer Strategie voll auf steigende Umsätze – nach eigenen Angaben stiegen die Einnahmen im Jahr 2016 um 175 Prozent. Gegenüber dem Handelsblatt (€) berichtete Kirsch von 76 Millionen Euro. Schwarze Zahlen stehen dabei aktuell nicht im Fokus: „Da sich unser Marktsegment noch im Anfangsstadium befindet, konzentrieren wir uns in unserem schnell wachsenden Marktsegment weiterhin darauf, eine führende Rolle zu übernehmen“, sagt Kirsch gegenüber WiWo Gründer. Letztlich sei es das Ziel, „auf individueller Kundenebene profitabel zu sein“ – also über mehrere Bestellungen eines Kunden Überschüsse zu erwirtschaften.