Im umkämpften Markt der Essenslieferer ist Catering das nächste Schlachtfeld. Rocket investiert schon in das zweite Start-up und andere bekannte Geldgeber ziehen bei Lemoncat mit.

Mit der Vermittlung von Essenslieferungen kennt sich Doreen Huber aus. Sie war als eine der ersten Mitarbeiterinnen beim Start von Lieferheld dabei und leitete zuletzt das Tagesgeschäft bei Delivery Hero. In dieser Zeit stellte Huber denn auch fest, wo der Lieferriese an seine Grenzen stößt – und sich eine neue Marktlücke bietet: „Bei internen Events haben wir Essen natürlich über die eigene Plattform bestellt“, erinnert sich Huber. Doch als das Unternehmen auf 100 Mitarbeiter gewachsen war, funktionierte das nur begrenzt. Als einmal zehn Pizzafahrer kamen merkte sie, dass klassische Cateringlösungen geeigneter wären und kam so auf die Idee für ihr neues Start-up Lemoncat.

„Ich war überrascht wie groß und zugleich wenig digitalisiert der Cateringmarkt ist“, sagt Huber. „Wir sind im 21. Jahrhundert und ich brauche zwei oder drei Tage, um ein paar belegte Brötchen für ein Meeting zu bekommen“, wundert sich die 34-jährige. Statt sich erst einmal per Fax oder Mail verschiedene Angebote einzuholen, will Lemoncat auf seiner Plattform verschiedene Cateringangebote vermitteln.

Catering: Umkämpfter 2,5-Milliarden-Markt

Dafür hat das Unternehmen nun in seiner Seed-Runde eine siebenstellige Summe eingesammelt, zu den Investoren gehören so bekannte Namen wie Lukasz Gadowski, Point Nine Capital und die zu Rocket Internet gehörende Convenience Food Group. Damit investieren die Samwers schon in das zweite Catering-Start-up und machen sich selbst Konkurrenz, denn Wettbewerber Caterwings wurde von Rocket Internet gegründet. Das Jungunternehmen ist in London und berlin aktiv und beliefert in Deutschland beispielsweise Spotify, Number26 oder HelloFresh. Die Expansion nach München und Hamburg soll demnächst folgen.

Im umkämpften Markt der Essenslieferer entwickelt sich der Catering-Bereich so zum nächsten Schlachtfeld. Mit Lemoncat, Catero, Caterwings und HeyCater stürzen sich gleich mehrere Start-ups auf das neue Segment. Schließlich ist der Markt groß, allein die zehn größten Caterer erzielen in Deutschland einen Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro.