Das Start-up Legalbase aus Hamburg will mit Standardangeboten für Standardfälle den Markt der Rechtsberatung revolutionieren.

Von Claudia Tödtmann

Aus Angst vor unkalkulierbaren Rechnungen schalten Privatleute und kleine Unternehmen oft keinen Anwalt ein. Die Legalbase-Gründer Daniel Biene, Christoph Jenke und Peter Schink wollen das mit ihrer Onlineplattform ändern. Die bietet Rechtsrat zum Festpreis: Das Testament kostet 249 Euro, die Prüfung einer Kündigung 150 Euro, die GmbH-Gründung 400 Euro.

34 freiberufliche Fachanwälte erteilen Rat und können auf Wunsch auch Prozesse führen. „Es bringt mich auf die Palme, wenn schlechte Anwälte viel Einarbeitungszeit abrechnen und je länger die Uhr läuft, es umso teurer für die Mandanten wird“, sagt Co-Gründer Biene.

Biene gab seine Karriere bei der Großkanzlei Freshfields auf: „Ich wollte lieber unternehmerisch tätig werden.“ Er hat zuvor bereits das Start-up Smartlaw aufgebaut und an einen Verlag verkauft. Damals ging es um Rechtssoftware für Laien, mit 150 verschiedenen Dokumenten für alle Lebenslagen – von der Patientenverfügung bis zum Autokaufvertrag. Zu den Hauptkunden wurden ausgerechnet Anwälte. Und dabei entstand die Idee für Legalbase.

Unterstützung bekommt Legalbase vom Minderheitsgesellschafter Legalzoom aus den USA: Der betreibt dort dasselbe Geschäftsmodell und macht mit 900 Mitarbeitern bereits 250 Millionen Dollar Umsatz. Und auch hier setzen andere Start-ups auf das Kostenargument: So lockt Jurato mit einer Flatrate für Anwaltsdienste.

 

Steckbrief

Legalbase

Gründer: Daniel Biene, Christoph Jenke und Peter Schink

Gründungsjahr: September 2015

Launch der Plattform: Februar 2016

Mitarbeiter: 25

Finanzierung: LegalZoom (Los Angeles), Orange Growth Capital (Amsterdam/London) sowie Norselab (Oslo) haben bereits einen einstelligen Millionenbetrag investiert