Die Software soll Start-ups und Investoren helfen, den Überblick zu Eigentumsverhältnissen und Gewinnansprüchen zu wahren.

Wer hält Firmenanteile? Wie viel sind diese wert? Wer hat Gewinnansprüche? Um auch nach mehreren Finanzierungsrunden einen Überblick zu Besitzverhältnissen zu behalten, setzen Start-ups auf sogenannte „Cap Tables“. Gepflegt werden diese Beteiligungs- und Bewertungsübersichten oft per Excel, selbst wenn es um komplexere Invesitionsformen wie Wandeldarlehen geht. Diese fehleranfällige Arbeit erleichtern will Ledgy – mit einer Cloud-Software.

Eigenen Angaben zufolge hat das Züricher Start-up seit der Gründung 2017 bereits 200 Kunden gewonnen. Gestärkt durch eine Seed-Finanzierungsrunde mit einem Umfang von einer Million Euro will das Unternehmen seine Plattform nun für die Besonderheiten des deutschen, französischen und britischen Markts anpassen. Außerdem soll das derzeit fünfköpfige Team deutlich wachsen.

Investoren als Zielgruppe

Lead-Investoren sind die Venture-Capital-Gesellschaften btov Partners (St. Gallen, Schweiz), Creathor Ventures (Bad Homburg) und VI Partners (Zug, Schweiz). Beteiligt an der Finanzierungsrunde waren zudem mehrere Business-Angels – darunter die Doodle-Gründer Paul Sevinç und Myke Naef.

Außer für die Vorbereitung von Finanzierungsrunden oder Exists eignet sich die Software auch dazu, Beteiligungspläne für Mitarbeiter zu erstellen und Unterlagen für die Steuererklärung vorzubereiten. Ledgy richtet sich dabei auch an Investoren, die ihre Unternehmensbeteiligungen verwalten wollen.

Digitaler Besitzerwechsel

Die Gründer Yoko Spirig, Ben Brandt und Timo Horstschaefer haben große Ziele: Über die Plattform sollen mittelfristig auch Anteile an Unternehmen gehandelt werden. „Ob sich das komplett digital abwickeln lässt, hängt natürlich davon ab, wie sich die rechtlichen Rahmenbedingungen entwickeln“, sagt CEO Brandt auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Schritte wie Eintragungen im Handelsregister oder der Gang zum Notar müssten aktuell noch in der analogen Welt stattfinden.

Künftig, so die Überlegung der Gründer, könnten Unternehmensanteile indes auch in Form sogenannter Tokens ausgegeben und in einer Blockchain verwaltet werden. Auch das ist rechtlich bisher noch nicht möglich. Wenn Start-ups aktuell über ein „Initial Coin Offering“ Kapital einsammeln, geben sie damit weder Anteile noch Stimmrechte ab.