Das Hamburger Start-up Lampuga verkauft Surfboards mit Jetantrieb. Neben Wassersportfans nutzen sogar Rettungsschwimmer die aufblasbaren Bretter.

Als Benjamin Koehnsen noch Investmentbanker war, sah seine Wohnung schon aus wie eine Tischlerwerkstatt. Bei einem Ostseeurlaub packte es ihn dann: Der Hobbybastler sägte sein Surfbrett auf und baute einen Motor ein. Mit der Kombination aus Surfboard und Jetski wollte er auch bei Windstille auf dem Wasser gleiten können. Zudem ist das Surfen damit viel einfacher als klassisches Wellenreiten: „95 Prozent der Nutzer können es beim ersten Versuch, ohne herunterzufallen“, erzählt Koehnsen. Er gründete Lampuga und produziert inzwischen die Boards mit Elektroantrieb in Serie. Etwa 100 hat er dieses Jahr ausgeliefert – zu Stückpreisen von 10 000 Euro und mehr. Neben der ersten Version mit einem festen, 2,50 Meter langen Carbonbrett gibt es auch ein aufblasbares Board. „Das lässt sich im Koffer verstauen“, sagt CEO Koehnsen. Der E-Motor beschleunigt auf etwa Tempo 50, der Akku reicht gut eine halbe Stunde. Da die Nachfrage höher ist als erwartet, sammelt das Start-up derzeit Geld auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch, um die Produktionskapazitäten auszubauen. Etwa 500 000 Euro kamen bisher zusammen. Und das Brett ist mehr als ein neues Funsportutensil: Die Rettungsschwimmer der DLRG nutzen eine gemeinsam entwickelte Version in Sylt und an der Ostsee, um schneller zu Schwimmern in Not zu gelangen.

Gründer: Benjamin Koehnsen, Marc Hammerla, Olaf Jacobsen

Gründung: 2011

Sitz: Hamburg

Mitarbeiter: 20

Umsatz: 2015 knapp eine Million, 2016 4,7 Millionen Euro

Finanzierung: 1,2 Millionen Euro von Eastlake, BTG Hamburg und Truventuro.