Über 160 KI-Start-ups zählt eine aktuelle Untersuchung in Deutschland. Noch ist nicht klar, ob sich Standorte nahe am Markt oder nahe an den Hochschulen durchsetzen.

Der unangefochtene Spitzenreiter heißt Berlin: 70 Start-ups, die ihren Schwerpunkt rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) gesetzt haben, finden sich in der Hauptstadt. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW Köln) hervor, für die die Forscher verschiedene Untersuchungen und Auswertungen zusammengetragen haben. Damit sind in Berlin fast die Hälfte der insgesamt 164 KI-Start-ups ansässig, die die Studie auflistet.Der Abstand zu den anderen Städten ist enorm: In München zählen die Forscher immerhin 34 Start-ups, in Hamburg sind es noch zehn.

Auf dem vierten Platz der Erhebung landet Karlsruhe – hier sind immerhin acht Start-ups verortet, die sich auf Künstliche Intelligenz konzentrieren. Dazu zählen junge Firmen wie Understand.ai, die auf Algorithmen für die Bilderkennung fokussieren. Bei viele jungen Unternehmen in der Region wurden die Grundlagen am dortigen Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gelegt.

Nähe zur Forschung hilft beim Start

Bei dem hochkomplexen Thema KI finden die Forscher immer wieder eine Überschneidung von forschungsstarken Standorten und entsprechenden Ausgründungen. Münchener Start-ups wie die Sensorik-Spezialisten von Konux haben häufig ihre Wurzeln an der Technischen Universität München. „Spillover aus den Forschungseinrichtungen durch räumliche Nähe besser internalisiert werden“, analysieren die Forscher.

In Berlin zählen die IW-Köln-Forscher auch vier Einrichtungen, die sich auf die KI-Forschung konzentrieren. Zudem entsteht hier jedoch nach und nach auch ein eigenes Ökosystem durch die verschiedenen Start-ups. Neben dem initialen Wissenstransfer aus der Hochschule kann das helfen, wenn es um eine direkte Vernetzung unter Mitarbeitern, mit Kunden oder auch Investoren geht. Eine Konzentration an einem oder wenigen Standorten könne die Entwicklung von KI-Start-ups möglicherweise beschleunigen, schreiben die Forscher in ihrer Analyse (hier geht es zu Studie und Karte).

Hype um die Technologie

Die genaue Kategorisierung nach der verwendeten Technologie ist nicht einfach. Manche jungen Unternehmen starten mit einem klaren Fokus auf Algorithmen selbst und suchen dann passende Anwendungen dafür. Hier hatte im Sommer eine andere Untersuchung mehr Unterstützung für die entsprechende Spitzenforschung durch die Politik gefordert.

Andere Start-ups haben sich bereits klar auf ein Produkt oder eine Branche ausgerichtet und integrieren im Laufe der Entwicklung KI-Tools wie Spracherkennung oder Bildanalyse. Laut einer Bitkom-Umfrage aus diesem Jahr wollen über kurz oder lang sieben von zehn Start-ups solche Methoden verwenden.