Das Startup Cleanagents vermittelt Putzfrauen im Netz. Nun drängen auch die Samwer-Brüder auf den lukrativen Markt, in den US-Marktführer hat sogar Google investiert.  

Mehr als 1000 Putzfrauen hat Sergiej Rewiakin inzwischen für seine Online-Plattform Cleanagents rekrutiert. Wie oft sie gebucht haben will der Gründer derzeit allerdings nicht verraten. „Ich muss aufpassen“, sagt Rewiakin, „das ist jetzt ein kleiner Krieg.“ Denn auch die Samwer-Brüder haben mit ihrer Firmenschmiede Rocket Internet eine Vermittlungsplattform für Reinigungskräfte gestartet: Helpling ging vor wenigen Tagen online – zunächst für Berlin.

„Das war wie ein Tritt in den Hintern“, sagt Rewiakin, der nun aufs Tempo drückt. Im Juni 2013 startete er in Berlin, Hamburg folgte nach einigen Monaten. Vor einer Woche kamen Frankfurt und Köln dazu, Stuttgart, Bremen und Hannover sollen in diesen Tagen folgen. „Unser Ziel ist es, bis Ende Mai in allen großen Städten zu sein“, sagt Rewiakin. Um die Expansion zu beschleunigen sucht er auch Investoren. Bislang wurde Cleanagents durch You is Now, das Startup-Inkubator-Programm von Immobilienscout24, unterstützt – finanziell mit 25.000 Euro.

US-Vorbild Homejoy: 38 Millionen von Google & Co.

Welches Potenzial die Idee hat, zeigt US-Konkurrent Homejoy: das Startup erhielt im Dezember von prominenten Investoren wie Google Ventures und PayPal-Mitgründer Max Levchin 38 Millionen Dollar. Homejoy ist inzwischen auch in Großbritannien aktiv. Über weitere Ambitionen in Europa ist zwar nichts bekannt, doch Rewiakin hat schon mal Kontakt  aufgenommen.

Auch hierzulande ist der Markt groß. Laut Rewiakin arbeiten in Deutschland vier Millionen Putzfrauen, davon jedoch nur 250.000 legal. „Wir versuchen, das zu ändern.“ Dafür nehme sein Portal den Reinigungskräften das Erstellen von Rechnungen und anderen Papierkram ab. Die erfolgreichsten Putzfrauen verdienten bis zu 2000 Euro.

Auch Helpling versucht seinen Nutzern die legale Anstellung von Reinigungskräften schmackhaft zu machen. So wirbt die Seite offensiv mit dem Steuervorteil, da haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden können. Bei einem Preis von 12,90 Euro pro Stunde betrage der „reale Preis“ durch Steuervorteil 10,32 Euro wirbt Helpling.

Der Samwer-Konkurrent hat größere Ambitionen. „Zunächst starten wir in Deutschland um Erfahrung zu sammeln, aber eine internationale Expansion ist denkbar“, sagt Helpling-Gründer und Geschäftsführer Benedikt Franke. Doch zuerst müssen sie Helpling hierzulande etablieren. Im April soll es in Großstädten wie Hamburg, München, Köln und Frankfurt losgehen. „Im Laufe des Jahres werden wir in allen deutschen Ballungsräumen verfügbar sein“, sagt Mitgründer Philip Huffmann.

Er und Franke arbeiten seit einigen Jahren im Rocket-Umfeld, Franke war unter anderem Chief Operating Officer beim Rabattportal MyCityDeal – heute Groupon UK. Rewiakin ist in Russland, Polen und den USA aufgewachsen. Der 34-jährige lebt seit vier Jahren in Berlin, vor der Gründung von Cleanagents arbeitete er unter anderem für die Zimmervermittlung 9Flats.