Der 3D-Druck verändert Produktionsprozesse in der Medizin, der industriellen Fertigung und im Design. Ganz vorne mit dabei sind deutsche Start-ups.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt Niklas Veltkamp, Mitglied der Geschäftsführung beim Branchenverband Bitkom und dort für Start-ups zuständig.

Die Serie “Westworld” ist der neue Stern am Serienhimmel. Wer den Vorspann anschaut, erkennt, welche Rolle hier die Technologie spielt. Denn die zahllosen Roboter, die den Wild-West-Freizeitpark bevölkern, kommen aus dem 3D-Drucker.

Doch nicht nur für Film und Fernsehen werden 3D-gedruckte Elemente eingesetzt. Der 3D-Druck ist schon heute eine Technologie, die zum Beispiel die Produktionsprozesse in der Medizin, der industriellen Fertigung und im Design völlig verändert.

Produkte sind passgenauer und individueller

In der Medizin sind es passgenaue Prothesen, die nach dem Scan der Knochen individuell hergestellt werden können und so dem Patienten deutlich weniger Schmerzen bereiten und viel mehr Komfort bieten. Dazu kommen die vergleichsweise günstigen Kosten. 

In der industriellen Fertigung werden erste komplett 3D-gedruckte Schuhe, Autos und sogar ganze Häuser vorgestellt. Die Herstellung geht dank 3D-Druck viel schneller als gewöhnlich, dazu kommt, dass die Produkte leichter, bequemer, passgenauer oder einfach individueller sind. 

Und im Design werden Formen möglich, die in der traditionellen Produktion nur schwer oder gar nicht realisiert werden konnten. 

Absatz von 3D-Druckern wird sich 2016 verdoppeln

Das Marktforschungsinstitut Gartner geht davon aus, dass bis zum Ende dieses Jahres weltweit insgesamt mehr als 450.000 3D-Drucker verkauft worden sind. Doppelt so viele wie noch im Jahr zuvor. Bis 2020 soll die Anzahl der verkauften Geräte auf mehr als 6,7 Millionen steigen.

Ein riesiger Wachstumsmarkt. Aber dass eine Technologie noch großes Potenzial hat, zeigt sich immer dann, wenn Start-ups sie nutzen, weiterentwickeln und zum Kunden bringen. Und für den 3D-Druck gilt, dass ihn gerade auch deutsche Start-ups als Geschäftsmodell entdeckt haben. Und in mancher Disziplin sind sie sogar schon Weltmeister.