Vorausgesetzt der Gesetzgeber macht dem keinen Strich durch die Rechnung. Denn neue Mobilitätsangebote stoßen auf regulatorische Hürden, die eine Entfaltung des vollen Potenzials der Digitalisierung in der Personenbeförderung behindern. Dazu gehören die Rückkehrpflicht für Mietwagen mit Fahrer, das Verbot des Poolings dieser Fahrzeuge, eine staatliche Mengensteuerung über Konzessionen, Preisbindung und die strikte Haltestellenbedienung im Linienverkehr. Beschränkungen verhindern insbesondere die Entwicklung von neuen, innovativen Mobilitätsangeboten, die den Boden für einen modernen und zukunftsfähigen öffentlichen Nahverkehr bereiten, in dem individuell bestellte (und möglicherweise: autonom fahrende) Fahrzeuge als Zubringer eng mit dem schienenbasierten Verkehr verknüpft sein werden.

Verkehrs- und Umweltbelastung in den Innenstädten reduzieren

Es geht nicht nur darum, dass Start-ups mit innovativen Technologien die Chance haben, hierzulande Vorreiter eines modernen Verkehrs zu werden. Unser Verkehr muss sich ändern, damit die Verkehrs- und Umweltbelastung in den Innenstädten sinkt, und das öffentliche Verkehrsangebot auf dem Land gestärkt wird. Es geht nicht darum, das bestehende ÖPNV-Angebot abzuschaffen oder ihm Konkurrenz zu machen, neue Angebote müssen vielmehr darauf abzielen, die Nutzung des ÖPNV insgesamt zu stärken.

Übrigens: In diesem Jahr hat der Zukunftsforscher Horx postuliert, dass das Digitale übertrieben werde und etwa der Trend für persönliche Nachrichten von der App wieder zum Füller gehe. Mit Blick auf die Mobilitätsangebote hoffe ich, dass er da genauso daneben liegt wie in den Jahren zuvor, denn hier brauchen wir dringend noch viel mehr digitale Technologien und nicht die Droschken-Mobilität der Vergangenheit, so romantisch die in bestimmten Momenten auch sein mag.