Das Start-up Grid Singularity aus Wien setzt beispielsweise auf Blockchain, um Transaktionen für den sicheren Austausch von Energiedaten zu authentifizieren. Eine Blockchain-Plattform soll so die dezentralisierte Stromverteilung ermöglichen.

Slock.it, ein sächsisches Start-up, und RWE wollen Blockchain für das Bezahlen beim Laden von Elektroautos nutzen. Die Zukunftsvision lautet: Aufladen in kurzen Abschnitten an der Ampel dank einfacher Zahlvorgänge, in denen das Auto statt dem Fahrer mit der Ladestation interagiert.

Die Regularien des Energiesystems sind gigantisch

Um die Energieversorgung von Elektroautos macht sich auch Tesla seine Gedanken. Erst kürzlich eröffnete das Unternehmen von Tech-Superstar und Multi-Milliardär Elon Musk die riesige Batteriefabrik “Gigafactory” in Nevada. Jetzt holt der Konzern den Ökostrom-Spezialisten SolarCity unter sein Firmendach. Gemeinsam wird an Solarziegeln gebastelt, die Dächer mit Solarmodulen darauf komplett ersetzen sollen.

Doch all diese Lösungen können noch so kreativ sein, wenn die Hürden unbezwingbar sind. Und die Regularien des Energiesystems sind gigantisch: Das deutsche Energierecht umfasst Tausende Paragrafen. Wer die Energiewende innovativ vorantreiben will, läuft schnell vor die Wand – eine Verschwendung von Kreativität, die es im Silicon Valley nicht gibt. Dort werden Start-ups in sogenannten Acceleratoren von Kapitalgebern und Industrieexperten unterstützt. Deutsche Energie-Start-ups bräuchten in erster Linie einen regulatorischen Accelerator, eine Initiative von Wirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur, die den Weg durch den regulatorischen Dschungel freimacht. Denn Innovationen sind – wie bei so vielen Herausforderungen – der Schlüssel für eine erfolgreiche Wende.