Das Kölner Team von Warenkorb hat lange Online-Händler beraten, daraus wurde ein eigenes Start-up. In der Kolumne berichten sie über ihre Erfahrungen. 

Da stehen wir also. Das Team. Der Jockey. Doch noch sind wir ein Haufen von Spezialisten mit einem gemeinsamen Ziel – ohne Bankkonto und Geschäftsstelle.

Die Gesellschaft, die Firma in der wir unsere Kompetenzen für unser Produkt bündeln, fehlte gänzlich. Trotz einiger Erfahrung stellt sich die große Frage: Wie gründe ich schnell, günstig, langfristig und klug eine Gesellschaft mit dem Ziel einer baldigen Investition?

Bei unserer Konstellation von fünf Gründern mit sehr unterschiedlichen Charakteren stellte sich schnell heraus, dass eine lockere GbR sowohl steuerlich als auch vom Professionalitätsanspruch nicht das richtige war. Auch das persönliche Risiko in einem so schnell skalierenden Projekt und vor dem Hintergrund der Akquise weiterer Partner wie Business Angel und VCs, war eine professionellere und von den Personen unabhängige Gesellschaftsform notwendig. Eine Kapitalgesellschaft, welche auch noch günstig zu gründen ist, musste her. Die Wahl fiel auf eine Unternehmergesellschaft. Aber gründen nach Musterprotokoll. Das war nicht möglich aufgrund der Größe des Gründerteams. Auch wäre damit kaum etwas innergesellschaftlich geklärt. Auch bei guter Stimmung im Team, sollte man langfristig und professionell an die Sache rangehen und direkt geklärte Verhältnisse schaffen. Ein Großteil der Startups scheiterte aufgrund von Problemen im Team. Das schien zu dem Zeitpunkt unmöglich, aber das Risiko wollte ich direkt zu Anfang für die Gesellschaft und uns als Team minimieren.

So blieb also der Gang zum Rechtsanwalt nicht aus. Völliger Widerspruch zu den oben genannten Anforderungen? Kurzfristig, definitiv. Langfristig hofften wir, würde es uns Ärger, Zeit und Geld ersparen.

Einige Stunden älter, viele Euro ärmer und mit ein paar Kilo Papier in der Hand stolzierte ich zu unserem Teammeeting. Alles andere als ein guter Anfang, glaubte ich, das Team zu Beginn mit den ersten offiziellen Aspekten direkt mit juristischen und bürokratischen Kauderwelsch, vermeintlichen Absicherungen auf dem Weg in eine gemeinsame Unternehmung zu konfrontieren.