Wie viel zu oft lautet da für einige die Lösung nicht selbst besser zu werden – sondern stattdessen Ängste zu schüren. Mit Aussagen wie „Bald kennen alle im Internet ihre Kontodaten“ wird versucht den Bürger Bange zu machen. Das ist natürlich Unsinn, aber es wirkt ähnlich gut wie die Warnung vor Arbeitsplatzverlusten durch die Digitalisierung oder das Horrorszenario, dass mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz morgen Maschinen die Weltherrschaft übernehmen. Selbst wer es nicht so ganz glaubt, ein mulmiges Gefühl bleibt halt doch irgendwie übrig.

Innovationen lassen sich nicht aufhalten, aber man kann den innovativen Menschen das Leben schwer machen. Die Folge ist dann, wie wir schon häufig gesehen haben, dass eine gute Idee zwar vielleicht hierzulande ausgeheckt wird, die Umsetzung schlussendlich aber anderswo stattfinden muss. Weil hier die Angstmacher und Besitzstandswahrer immer noch zu oft zu großen Einfluss haben.

Forderung nach mehr Informationen

Wie lässt sich das ändern? Wir brauchen ein Programm „Digital für alle!“. Wenn die Menschen wissen, was Digitalisierung bedeutet, wenn sie die Möglichkeiten und Herausforderungen selbst bewerten können, dann haben diejenigen, die mit Parolen Furcht erzeugen wollen, keine Chance mehr.

Die Herausforderung ist riesig: Es geht darum, fast 20 Millionen Deutsche aus dem digitalen Abseits zu holen, diejenigen, die gegenüber digitalen Technologien aus verschiedenen Gründen bisher nicht so aufgeschlossen sind, oder die mit ihnen nicht so gut zurechtkommen  – darunter Arme, Alte und Ängstliche. Es muss unser Ziel, es muss das Ziel der nächsten Bundesregierung sein, alle Menschen auf dem Weg in die digitale Welt mitzunehmen. Der Digitalverband Bitkom hat ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgelegt, das unter anderem die Digitalisierung von Schulen und Verwaltung, die Anpassung der Sozial- und Rechtssysteme an die Erfordernisse der Digitalisierung, den Ausbau schneller und intelligenter Infrastrukturen und die Förderung digitaler Schlüsseltechnologien vorsieht.

Schicksalsfrage für Deutschland

Der Aufbruch in eine datengetriebene digitale Plattformökonomie ist eine Schicksalsfrage für Deutschland, die sich innerhalb weniger Jahre entscheidet. Wir müssen eine konsistente Datenpolitik entwickeln, die den Schutz der Privatsphäre und die Möglichkeit der Datennutzung in eine funktionierende Balance bringt – und wir müssen dafür sorgen, dass nicht mehr „German Angst“, sondern „Digital first“ zum Grundsatz unseres Handelns wird. Für die Wirtschaft ebenso wie für die Politik.