Die Start-ups zeigen, wie deutsche Städte zu anderen Städten in Europa aufschließen könnte, die bei rund um digitale Serviceangebote für die Bürger schon deutlich weiter sind. In Stockholm hat smartes Verkehrsmanagement die Stauzeiten um 50 Prozent reduziert, In Liverpool wird die Auslastung von Parkplätzen per App angezeigt und es gibt Verkehrs- und ÖPNV-Infos in Echtzeit. In Santander meldet ein Sensor-Netzwerk alles, was sich auf diese Weise messen lässt – von freien Parkplätzen bis zu vollen Mülltonnen. Und in Wien bietet das „virtuelle Amt” die Chance, in 220 Fällen den Besuch einer Amtsstube durch Mausklicks zu ersetzen.

Doch wie in der Wirtschaft wird hierzulande die Digitalisierung auch in Städten und Gemeinden zunehmend Chefsache. Und vor allem als Chance erkannt. Das zeigt auch das breite Interesse am Wettbewerb “Digitale Stadt”, bei dem Bitkom zusammen mit dem Städte- und Gemeindebund die Stadt suchen, die zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft zur europäischen Modell- und Vorzeigestadt ausgebaut werden soll. Und auch wenn nur eine Stadt bei dem Wettbewerb als Sieger hervorgehen kann – in vielen Städten ist damit eine Diskussion angestoßen worden, die Start-ups für sich nutzen sollten.

Wer als Gründer eine Idee hat, mit der das Leben der Bürger in der Stadt einfacher oder bequemer wird, der sollte einfach mal beim City-CEO vorstellig werden. Und ihm erklären, dass innovative Ideen nicht fünf Referenzen und die letzten drei Jahresabschlüsse mitbringen können, aber womöglich eine Technologie, die in den kommenden Jahren seine Stadt verändern kann. Vielleicht setzt sich mit dem Interesse an der Smart City auch die Erkenntnis durch, dass die öffentliche Verwaltung Gründern eine Chance geben sollte, dass beide Seiten voneinander profitieren können.