Sein Start-up ohne Geld für Marketing und PR bekannt zu machen ist eine Herausforderung. Wie es funktionieren kann, weiß Tijen Onaran.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt wieder Tijen Onaran. Sie ist Gründerin von startup affairs, einer PR und Public Affairs Beratung für Start-ups, Venture Capitals und Unternehmen. Mit Women in Digital e.V. vernetzt Onaran Entscheiderinnen der Digitalbranche und macht diese sichtbar.  Vor der Gründung von startup affairs war sie als Leiterin Kommunikation beim Onlinehandelsverband Händlerbund und in unterschiedlichen Funktionen für Bundestags-, Europaabgeordnete sowie das Bundespräsidialamt tätig.

Eine der häufigsten Fragen, die ich in letzter Zeit gestellt bekomme ist: wie schaffe ich Sichtbarkeit für mein Business und mich? Gerade dann, wenn man am Anfang steht und kein Geld für Marketing oder PR hat, ist es die größte Herausforderung trotzdem sichtbar zu sein. Doch es geht auch ohne großes Budget!

1. Definiere zunächste Deine Themen

Das Wichtigste beim Thema „Sichtbarkeit“ ist die eigene Reflexion darüber, mit welchen Themen man identifiziert und wahrgenommen werden möchte. Wofür stehst du und wie kannst du das glaubwürdig vertreten? Hilfreich ist dabei, sich intensiv den eigenen Lebenslauf vorzunehmen: Was hat meinen Weg bisher geprägt? Und mit welchen Themen werde ich auch von Familie und Freunden in Verbindung gebracht? Der Grundstein für die Kommunikation der eigenen Themen ist die Definition dieser. Daher: Nehmt euch Zeit und zeichnet ein Wunschszenario davon, wie ihr wahrgenommen werden möchtet – das ist die Basis für alles Weitere.

2. Nutze die digitalen Kanäle!

Facebook, Twitter, Instagram, Xing, LinkedIn – wo anfangen, wo aufhören? Zugegeben: die digitalen Kanäle können einen erdrücken – vor allem dann, wenn auch das zeitliche Budget sehr begrenzt ist. Oft höre ich: welchen Kanal soll ich denn nun nutzen? Wahr ist: alle Kanäle haben ihre Vor-, und Nachteile sowie ihre Zielgruppe. Daher ist die Definition der eigenen Themen im ersten Schritt die Voraussetzung für die Kommunikation im Weiteren. Habt ihr ein greifbares Produkt, das von Bildern und Eindrücken lebt, wie beispielsweise aus dem Lifestyle -Bereich, lohnt sich definitiv Instagram. Ist eure Dienstleistung eher eine, die von euch als Person lebt, ist der Fokus auf Twitter sicherlich zielführend, um sich als Expert/-in zu positionieren. Die digitalen Kanäle brauchen viel Zeit und Liebe – aber eines ist sicher: es lohnt sich!

3. Actions speak louder than words

Wie es im Norden so schön heißt: nicht schnacken, sondern machen! Siehst du eine Konferenz, die genau dein Thema beinhaltet, schreib die Veranstalter an und weise auf dein Portfolio hin! Vielen fällt das sehr schwer, sie denken, dass die Veranstalter auf sie zukommen müssten. Aber genau das passiert so gut wie nie. Die Veranstalter sind oft so in ihre Abläufe und Netzwerke eingebunden, dass sie auf die „Altbewährten“ zurückgreifen, um auch kein Risiko einzugehen. An der Stelle ist es immer ratsam sich persönlich mit den Veranstaltern zu vernetzen, um so in der Gedankendatenbank aufzutauchen, wenn es so weit ist.

4. Netzwerk ist das A und O

Auch beim Thema Sichtbarkeit gilt: nur wer dich kennt, wird dich auch in geplante Projekte einbeziehen. Das können Veranstaltungen oder Aktionen sein, die wiederum für dein Business sehr hilfreich sind. Daher ist die Vernetzung in und außerhalb deiner Zielgruppe enorm wichtig, um deine Expertise zu teilen und in den Köpfen der Veranstalter hängen zu bleiben. Im Netzwerk greifen die Punkte 1-3 ineinander. Denn einerseits muss das Netzwerk verstehen, für welche Themen du stehst und andererseits musst du am Anfang für diese Themen auch eine Sichtbarkeit schaffen. Zudem muss das Netzwerk erfahren, dass du Interesse und Gefallen daran hast deine Gedanken und Expertise mit anderen zu teilen!

Sichtbarkeit ist kein Mode-Thema. Es ist essentieller Bestandteile der eigenen Leistung. Ob das Intranet oder die Weiten des Internets: die Welt da draußen muss wissen wofür du stehst!