Der schwedische Rechnungskauf-Spezialist Klarna erhält eine Banklizenz. Man wolle das RyanAir unter den Banken werden, sagt Gründer Sebastian Siemiatkowski.

Das 2005 gestartete Stockholmer Unternehmen Klarna hat nach Informationen der Financial Times eine Bankzulassung erhalten. Ziel sei es nun den Banksektor für Privatkunden zu verändern und eine Alternative zu den großen Banken zu sein, die schlechten Service für hohe Gebühren anböten, so Gründer Sebastian Siemiatkowski: „Wir wollen das RyanAir unter den Banken werden”, sagte er.

Klarna wolle zukünftig europaweit agieren und Bankkarten und Konten für die Kunden bereitstellen.

60 Millionen Nutzer weltweit

Der schwedische Payment-Service-Provider Klarna bietet Zahlungslösungen im Bereich E-Commerce an und hat in Nordeuropa und Deutschland eine Marktführerposition inne. Die Firma übernimmt die Zahlungsansprüche der Händler und wickelt deren Kundenzahlungen ab, um so Risiken für Käufer und Verkäufer auszuschließen.

Eigenen Angaben zufolge hatte das Unternehmen in den vergangenen zwölf Jahren 60 Millionen Nutzer. Rund 70 000 Händler sollen Klaras Bezahlsystem nutzen. Der Wert des Start-ups wird auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt.

Im Februar dieses Jahres hatte Klarna das frühere Rocket-Start-up BillPay für knapp 70 Millionen Euro gekauft und somit seine Position in deutschsprachigen Ländern gestärkt. Mit der Übernahme konnten die Schweden den Kauf auf Rechnung bei rund 5000 neuen Händlern anbieten, darunter Esprit, OBI, Flixbus oder CTS Eventim. Klarna bezeichnete sich damals als Marktführer, sowohl was die Kundenzahl als auch das Geschäftsvolumen anginge.