Die Warenhaus-Kette übernimmt das Berliner Start-up, das Anfang des Jahres in die Insolvenz geschlittert war. Die beiden Gründerinnen sollen an Bord bleiben.

Nach der Insolvenz hat Kisura nun einen neue Eigentümerin gefunden: Die Stilberater, die für Kundinnen individuell Modeboxen zusammenstellen, sind bei der Warenhaus-Kette Karstadt untergeschlüpft. Das gab der Essener Konzern per Pressemitteilung bekannt. Mitte April seien wesentliche Werte des Berliner Start-ups erworben worden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Karstadt habe das Start-up nun als eigenständiges Tochter-Unternehmen aufgestellt

Die Kisura-Gründerinnen Tanja Bogumil und Linh Nguyen sollen der Mitteilung zufolge an Bord bleiben. Sie müssen aber umziehen: und zwar in die Karstadt-Filiale Berlin Hermannplatz. Das solle, so der Konzern, einen „engen Austausch zwischen Warenhaus und Online-Geschäft“ sowie einen verbesserten Warenzugriff ermöglichen.

Das 2012 gegründete Unternehmen hat sich mit seinem Fokus auf Damenmode zunächst im Wettbewerb mit Outfittery, Zalando und Modomoto gut auf dem wachsenden Markt behauptet. Im Sommer 2016 waren die Gründerinnen auch eine strategische Kooperation mit dem Schmucklabel Christ eingegangen.

Geplatzte Finanzierungsrunde

Trotz einer offenbar guten Geschäftsentwicklung hatte Kisura Ende Januar Insolvenz anmelden müssen. Wie Bogumil dem Portal Gruenderszene sagte, war der Grund für den Liquiditätsengpass eine kurzfristig gescheiterte Finanzierungsrunde. Profitabel sei das Unternehmen noch nicht gewesen.

Dem Factsheet des Start-ups ist zu entnehmen, dass das Unternehmen seit der Gründung „Kapital im mittleren siebenstelligen Bereich“ eingesammelt hatte – unter den Geldgeber waren demnach mehrere Business Angels, der Techstars Berlin City Fund und der in Singapur ansässige Investor Brilliant Heights. Zudem hatte Kisura zwei Mal Fördermittel der Investitionsbank Berlin (IBB) erhalten.

Karstadt sieht in der Übernahme neue Wachstumschancen. „Das Marktvolumen für Einzelhändler mit personalisierter Ansprache wird bereits heute auf über zwei Milliarden US-Dollar geschätzt“, wird Finanzchef Miguel Müllenbach in der Mitteilung zitiert. „Darin liegen ganz klar Möglichkeiten, von denen wir mit Kisura profitieren wollen.“