Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten die Gründer von Kewazo, Sebastian Weitzel, Leonidas Pozikidis, Ekaterina Grib, Artem Kuchukov, Alimzhan Rakhmatulin und Eirini Psallida, an. Sie entwickeln automatisierte Arbeitshelfer für den Gerüstbau.  Wie urteilt Investor Florian Heinemann?

Eine halbe Minute mit Investor Florian Heinemann im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir entwickeln intelligente Roboter, die auf Baustellen Material transportieren. Unser erstes System hilft beim Gerüstbau. Es bringt die einzelnen Teile auf waagerechten und senkrechten Schienen zum Arbeiter – der muss sie nur noch zusammenstecken. Zwei Menschen reichen, um ein Gebäude einzurüsten. Sie benötigen dafür nur halb so viel Zeit wie ihre Kollegen ohne unsere Technologie. Der Roboter erkennt, wo der Arbeiter auf dem Gerüst steht, und liefert zielgenau.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Zwei von uns Gründern haben Bauautomatisierung studiert. Bei einer Start-up-Initiative der TU München hat sich unser Team gefunden – und Kewazo gestartet.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen und vermieten die Roboter ab Jahresende, verdienen zudem an der Wartung. In den nächsten Wochen setzen wir sie schon bei Pilotkunden auf Baustellen ein. Gewinne wollen wir dann erstmals Ende 2019 erwirtschaften.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …wir sind perfektionistisch und nerdig, und wir bringen viel unterschiedliches Wissen mit: Raumfahrttechnik, Automatisierung, Management.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind sechs Gründer, darunter zwei Frauen. Und wir kommen aus Russland, Deutschland, Kasachstan und Griechenland.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs wollten wir den Gerüstbau komplett automatisieren. Wir mussten aber feststellen, dass das für den Anfang zu schwierig ist. So haben wir uns auf den Transport der Teile konzentriert.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann kann man sich keine Baustelle mehr ohne Kewazo-Roboter vorstellen. Unsere Helfer malern, isolieren und decken Dächer.

Fakten zum Start-up

Kunden: 7 Pilotkunden in München und Berlin
Gründung: 2016
Finanzierung: 1,5 Millionen Euro Wagniskapital
Mitarbeiter: 8 inklusive der 6 Gründer sowie 15 studentische Hilfskräfte

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Das Baugewerbeist ein spannendes Feld für Start-ups. Das genaue Wissen um die Abläufe auf Baustellen gehört dabei vermutlich zu den Bereichen, die noch am meisten optimiert werden müssen.“
Florian Heinemann, Partner der Wagniskapitalfirma Project A und früherer Geschäftsführer bei Rocket Internet