Den meisten deutschen Start-ups mangelt es aktuell an Geld in erheblicher Höhe, zeigt eine Bitkom-Studie. Der Optimismus ist jedoch sehr groß.

Gerade einmal jedes dritte deutsche Start-up hat aktuell seine Finanzierung für die kommenden zwei Jahre gesichert. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Digitalverbands Bitkom. Dafür gaben 252 Gründer von IT- und Internet-Start-ups an, wie hoch ihr aktueller Kapitalbedarf sei. Bei den 70 Prozent der Unternehmen, die noch Geld brauchen, fehlen dabei im Schnitt 2,2 Millionen Euro, um das Unternehmen durch die kommenden 24 Monate zu steuern.Dieser Wert liegt knapp unter den 2,4 Millionen Euro an fehlender Finanzierung, die die Gründer im vergangenen Jahr meldeten.

Je nach Größe unterscheidet sich der aktuelle Finanzbedarf jedoch erheblich: Unternehmen mit bis zu drei Mitarbeitern fehlen im Schnitt 700 000 Euro, Firmen mit mehr als 20 Angestellten dagegen 6,4 Millionen Euro. Auch regional variiert dieser Wert: Berliner Gründer brauchen mit 3,2 Millionen Euro am meisten Geld, in München sind es 2,5 Millionen Euro, in Hamburg noch 1,9 Millionen Euro.

Kaum Sorgen vor der Finanzierungslücke

Der Optimismus, das fehlende Kapital für die kommenden zwei Jahre einzuwerben, ist bei den Gründern aktuell jedoch groß. 85 Prozent der Befragten haltes es für sehr oder eher wahrscheinlich, die Finanzierung in den Griff zu bekommen. Zwölf Prozent sind skeptisch, gerade einmal zwei Prozent halten es für sehr unwahrscheinlich, die Finanzlücke zu füllen. „Die Finanzierungssituation für Start-ups in Deutschland hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert”,  sagt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp. „Gerade bei Finanzierungsrunden im ein- bis zweistelligen Millionenbereich – in der Wachstumsphase – ist es aber hierzulande nach wie vor sehr schwierig, Investoren etwa für eine internationale Expansion zu finden.”