Das Berliner Digital Health Start-up Junomedical startet in einem Milliardenmarkt – und kooperiert von Beginn an mit 30 Kliniken in sechs Ländern.

Sophie Chung ist Ärztin – und hat nun ihr erstes Unternehmen gegründet: Junomedical ist ein Anbieter für Medizin- und Gesundheitstourismus. Das 2015 in Berlin gegründete Start-up ermöglicht es Patienten, weltweit eine günstige, aber gute Behandlung zu finden. Denn die Preise variieren teilweise sehr stark: So liegen die Kosten für ein Zahnimplantat in Deutschland bei rund 1.500 Euro, in Polen sind es aber nur bis 900 Euro – bei gleicher Qualität. Ein zweiter Faktor sind die Wartezeiten: Auf eine Hüftoperation wartet man in Großbritannien mehrere Monate, in Deutschland hingegen nur ein paar Wochen.

„Als Ärztin habe ich täglich erlebt, wie der Großteil der Menschen noch immer durch das lokale medizinische Angebot limitiert ist. Die Globalisierung ist im Gesundheitswesen leider noch nicht vollständig angekommen“, sagt Sophie Chung. „Wir möchten es einfach nicht hinnehmen, dass es in unserer heutigen Zeit noch immer so viele Patienten gibt, die suboptimalen oder zu teuren Zugang zur medizinischen Versorgung haben.“

Zum Start am heutigen Montag kooperiert das Start-up mit 30 Partnerkliniken in sechs Ländern. Das noch junge Unternehmen hat kürzlich eine erste Seed-Finanzierung von Project A erhalten, der vor allem Digital-Technologiebasierte Start-ups fördert, darunter Crossengage und Liqid.