Das Start-up setzt auf Bewegtbild statt Bewerbungsschreiben. Damit konnten sich die Berliner die Aufmerksamkeit von Konzernen sichern – und jetzt von Investoren.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – und bewegte Bilder sagen mehr als umfangreiche Bewerbungsmappen. Mit diesem Anspruch tritt das Start-up Job Ufo an. Mit ihrer Videolösung für den Recruitingprozess konnten die Berliner jetzt auch Investoren überzeugen. Zwei Millionen Euro sind in einer Anschubfinanzierung zusammengekommen. Zu den Geldgebern zählen unter anderem der private Investor Andreas Mihalovits sowie der Risikokapitalgeber Hevella Capital und ein Fonds der IBB Beteiligungsgesellschaft, einer Tochtergesellschaft der staatlichen Investionsbank Berlin.

Mit dem Geld soll jetzt das Wachstum des Unternehmens voran getrieben werden. Mit der App, die das Start-up entwickelt, können sich zum einen Firmen im Bewegtbild den Bewerbern vorstellen – zum anderen können sich Bewerber direkt mit einem kurzen Videoclip vorstellen. Für beide Seiten entsteht so ein unkomplizierter Bewerbungsprozess und diesen Prozess stetig zu verbessern, spornt uns weiterhin an”, sagt Thomas Paucker, der Job Ufo vor zwei Jahren mit Benjamin Maischak gegründet hat. Mittlerweile umfasst das Team 25 Mitarbeiter.

Rangeln um Recruiting-Tools

Das Interesse aus der Unternehmenswelt ist groß: Viele Konzerne spüren den Fachkräftemangel bereits und probieren bereitwilliger neue Recruitingwege und -tools aus. Davon profitieren zahlreiche Start-ups, die sich in dem Bereich positionieren. Im Sommer konnte so Talentry sechs Millionen Euro Risikokapital einsammeln, Anfang des Jahres hatte Firstbird eine Finanzierungsrunde verkündet.

Job Ufo nennt bereits Konzerne wie die Deutsche Bahn, Edeka, Evonik oder Ikea als Referenzkunden. Alleine in diesem Jahr habe man 60.000 Bewerbungen für die Unternehmenskunden umsetzen können, gibt das Start-up an. Dabei konnte das junge Unternehmen selbst auf einige Mentoren bauen: Dazu gehörten etwa nach eigenen Angaben der SpinLab Accelerator der Handelshochschule Leipzig sowie der Microsoft Accelerator. Auch der Nürnberger Inkubator Zollhof führt das Team in seinem Start-up-Portfolio auf.