Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche will der Gründer von JimDrive überzeugen. Timo Weltner will nicht nur das Abschleppen mit digitaler Hilfe erträglicher machen.

Eine halbe Minute mit Investor Oliver Samwer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir bauen einen Automobilklub fürs digitale Zeitalter, der nicht so verstaubt ist wie der ADAC. Bei einer Panne kann der Autofahrer mit unserer App einen Abschleppwagen rufen und sieht, wie lange der zu ihm braucht. Wir bieten zudem einen Smart-Car-Stecker für den Motorraum, der eine Schnittstelle zur App bildet. Damit können sofort Pannendaten ausgewertet werden. Künftig wollen wir erster Ansprechpartner für digitale Services rund um die Mobilität sein.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich hatte wegen einer Panne beim ADAC angerufen. Statt genannter 30 Minuten brauchte der Abschleppwagen zwei Stunden. Und an der Hotline hatte ich nicht das Gefühl, mir wolle jemand helfen. Wann ist euch das letzte Mal das Geld ausgegangen – und wie habt ihr überlebt? Das ist nicht allzu lange her. Unsere wichtigsten Investoren haben uns aber schnell geholfen.

Werdet ihr jemals Geld verdienen?
Operativ erzielen wir Gewinn. Allerdings beschleunigen wir unser Wachstum und investieren. Darum verzichten wir noch auf schwarze Zahlen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir sind perfektionistisch wie Apple und rastlos wie Rocket Internet.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unsere komplette IT besteht aus ausländischen Mitarbeitern, vor allem aus Osteuropa. Und von 20 Mitarbeitern sind sechs Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Die Erkenntnis, dass wir zwar Kunden gewinnen, dies aber noch nicht heißt, dass wir dann automatisch auch Investoren begeistern können.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir Europas größter internationaler Automobilklub.

Fakten zum Start-up

Zahl der Kunden: Im mittleren fünfstelligen Bereich
Gründung: 2015
Mitarbeiter: 20
Finanzierung: Wagniskapital unter anderem von Speedinvest sowie Privatinvestoren; insgesamt vier Millionen Euro