Im Elevator der Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Jetlite, Felix Priebe, Tanja Becker, Achim Leder und Alexandra Bajor, überzeugen. Sie steuern Licht und Mahlzeiten in Flugzeugen neu. Was sagt Investor Lars Hinrichs?

Eine halbe Minute mit Investor Lars Hinrichs im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
60 Prozent aller Passagiere schlafen nach einem Langstreckenflug wegen der Zeitumstellung schlecht. Wir können den Jetlag um bis zu drei Stunden reduzieren – und zwar mit der Farbe der Beleuchtung im Flugzeug sowie mit der Auswahl an Speisen während des Fluges. Unser Konzept wird inzwischen in der neuen Airbus-A350-Flotte der Lufthansa eingesetzt. Eine von uns entwickelte App gibt dem Passagier künftig auch vor und nach dem Flug Tipps, wann er schlafen gehen und was er essen sollte.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Achim, einer unser Gründer, kommt aus der Luftfahrtbranche und hat genau über dieses Thema promoviert.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verkaufen den Algorithmus, der die Flugzeugbeleuchtung steuert, und nehmen auch eine Gebühr für die Beratung, wie die Menüs an Bord zusammengestellt werden sollten. Mit dem Autohersteller Porsche haben wir zudem einen Prototyp entwickelt,um den Passagieren im Fahrzeug durch die Beleuchtung morgens beim Wachwerden zu helfen. Mitte nächsten Jahres wollen wir die ersten Gewinne machen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir leben nach dem Motto „work hard, play hard“.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind acht Leute aus sechs Bundesländern – und Afghanistan. Außerdem: mehr Frauen als Männer.

Was war euer größter Rückschlag?
Unser Büro liegt in Hamburg-Finkenwerder, im Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung. Eines Abends hatten wir die letzte Fähre über die Elbe zurück in die Stadt verpasst. Da mussten wir im Büro schlafen.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir die Marke für Jetlagreduzierende Produkte weltweit – das, was der Tesafilm heutzutage für den Klebestreifen ist.

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5

Geschäftsmodell: 2/5

Timing: 2/5

Urteil: „Nice to have, kein Must-have. Investieren würde ich nicht, aber beim nächsten Flug mal ausprobieren. Ich setze auf Schlaftabletten.“

Lars Hinrichs, Gründer des Karrierenetzwerkes Xing und Chef des Private Eqity Fonds Cinco Capital