Wegen des überraschenden Rückzugs eines Investors musste das E-Learning-Startup Iversity Insolvenz anmelden. Ein Neuanfang ist aber bereits geplant.

Eigentlich hatte Hannes Klöpper ein neues Investment ankündigen wollen, stattdessen musste der CEO des Bernauer E-Learning-Start-ups Iversity nun die Insolvenz des 2008 gegründeten Unternehmens anmelden. Der Grund für die überraschende Entwicklung sei eine geplatzte Zwischenfinanzierung, die im Juni abgeschlossen sein sollte. Trotz mündlicher Zusage im Mai habe sich ein nicht genannter Investor kurzfristig zurückgezogen, sagte Klöpper gegenüber Gründerszene. Zu den Gründen wollte der CEO keine Angaben machen.

Auch von den Lead-Investoren der vergangenen Finanzierungsrunden, T-Venture und bmp, die Ende 2015 noch einen siebenstelligen Betrag in das Unternehmen steckten, gäbe es wegen der Umstrukturierung der beiden Geldgeber kein weiteres Geld.

Weiterarbeit mit kleinerem Team geplant

Die Insolvenz bedeute aber nicht das Ende, so Klöpper weiter. In Zukunft wolle man weiterhin den Fokus auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen legen, denen Iversity Online-Weiterbildungskurse zu digitalen Themen anbietet. Zu den Kunden zählen die Deutsche Bahn, Hermes oder L’Oréal.

Um das Unternehmen weiter betreiben zu können, arbeite man an einem Management-Buyout. Das bedeutet eine Verkleinerung des 24-köpfigen Teams auf rund vier Personen.

Iversity wurde 2008 von Jonas Liepmann als Learning-Management-System aufgebaut, 2011 stieß Hannes Klöpper hinzu. Liepmann verließ das Unternehmen im Mai 2013. Im selben Jahr startete Iversity als Online-Uni neu und bot kostenlose „Massive Open Online Courses“ in Bereichen wie Medizin oder Design an. Zuletzt sollen etwa eine Million Nutzer die Plattform benutzt haben.