Der Börsengang der German Start-ups Group steht kurz bevor. Am Mittwoch begann die Zeichnungsfrist. Die Beteiligungsgesellschaft hofft auf Millioneneinnahmen.

Der nächste Börsengang in der deutschen Start-up-Szene steht bevor: Die German Start-ups Group will sich in der kommenden Woche auf das Frankfurter Parkett wagen. Die Zeichnungsfrist für die Aktien beginnt am heutigen Mittwoch, sie soll am 16. Juli enden. Damit wird der Börsengang voraussichtlich am 17. Juli anstehen. Das gab die Beteiligungsgesellschaft am Mittwoch bekannt. Genau wie der Start-up-Inkubator Rocket Internet startet auch die German Start-ups Group im weniger stark regulierten Entry Standard.

Laut der Ankündigung bewegt sich der Preis für die rund 22 Millionen Aktien mit einer Spanne zwischen 2,70 und 3,60 Euro auf eher niedrigem Niveau. Zum Vergleich: Beim Börsengang von Rocket Internet lag der Zeichnungspreis zwischen 35,50 Euro und 42,50 Euro. Zwar sind die Geschäftsmodelle nicht direkt zu vergleichen, doch ein so deutlicher Unterschied der Preise ist dennoch überraschend.

Einnahmen von 62 Millionen Euro erwartet

Die German Start-ups Group verspricht sich trotzdem Millionen durch ihren Börsengang. Die Nettoerlöse aus dem Börsengang sollen demnach bei 64,1 Millionen Euro liegen. Mit 61,6 Millionen Euro soll davon ein Großteil direkt an die Beteiligungsgesellschaft fließen. Die Berliner Investoren kündigten an, das frische Kapital in weitere Start-ups stecken zu wollen. Begleitet wird der Börsengang von der Commerzbank, Hauck und Aufhäuser, der BHF Bank und der Quirin Bank.

Dass die Beteiligungsgesellschaft mitten in der unsicheren Lage rund um Griechenland an die Börse geht, begründete Unternehmenschef Christoph Gerlinger so: „Wir erachten unser Geschäftsmodell als unabhängig von den aktuellen wirtschaftspolitischen Ereignissen rund um Griechenland.“ Der Erfolg der German Start-ups Group und ihrer Beteiligungen sei eher durch die „Innovationskraft“ der Portfoliofirmen geprägt.

Die German Start-ups Group hatte ihren Börsengang Mitte Juni angekündigt. Die Beteiligungsgesellschaft wolle mit ihrem IPO „Investoren den Zugang zur Asset-Klasse ‚Deutsche Start-ups‘ eröffnen“, verkündete das Unternehmen damals vollmundig. Die Investorengruppe wurde vor drei Jahren von Gerlinger gegründet. Bislang hält die German Start-ups Group vor allem kleine Minderheitsbeteiligungen an rund 40 Firmen, etwa an dem Lieferdienst Delivery Hero (0,06 Prozent) und dem Online-Kunsthändler Juniqe (1,31 Prozent). Mit dem Geld aus dem Börsengang will die Beteiligungsgesellschaft künftig verstärkt Mehrheiten an Start-ups erwerben.