Die deutsche Sprach-App nimmt in einer neuen Finanzierungsrunde eine zweistellige Millionensumme ein. Babbel-Gründer Markus Witte bleibt aber bescheiden.

Das Berliner Start-up Babbel erhält frisches Kapital: Investoren rund um den neuen Geldgeber Scottish Equity Partners (SEP) statten das junge Unternehmen in seiner Series-C-Finanzierungsrunde mit 22 Millionen US-Dollar aus. Die bisherigen Investoren Reed Elsevier Ventures, Nokia Growth Partners und der Venture-Capitalist-Fonds Technologie Berlin beteiligen sich erneut.

Gründer Markus Witte hat die Millionensumme schon verplant: „Wir wollen die internationale Expansion vorantreiben“, sagte der Geschäftsführer vorab im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer. „Der Fokus liegt auf den USA.“ In den Vereinigten Staaten war Babbel mit seiner App, mit der Nutzer Sprachen lernen können, im Februar gestartet.

Jetzt geht es für das Start-up darum, sich selbst noch bekannter zu machen. „In den USA sind wir ein Start-up von vielen“, so Witte. Dadurch sei man anderen Problemen ausgesetzt als in Europa, etwa bei der Personalsuche: „Es ist für uns dort sehr viel schwerer, Leute zu finden“, erklärt der Gründer. Wenn man als Start-up in New York kein Riesenbüro habe, sei man niemand.

Neue Märkte? Vorerst nein, danke!

Einen weiteren Fokus will der Gründer auf die Produktentwicklung legen. „Die neue App für die Apple Watch ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, so Witte. Statt auf das Gerät zu schauen, das die Kunden von Babbel nutzen, will sich das Start-up künftig noch stärker der Situation anpassen, in die sich der Nutzer befindet. Wenn er beispielsweise in der U-Bahn sitze, führe es möglicherweise zu merkwürdigen Blicken, wenn der Nutzer Sätze der App nachspreche, sagt der Geschäftsführer. Um solche Situationen zu verhindern, setzt Babbel nicht nur auf GPS-Daten, um den Aufenthaltsort seiner Kunden herauszufinden, sondern stellt dem Nutzer genau diese Fragen: Kann er frei sprechen? Hat er die Hände frei?